Persönlich & Personal
25.08.17

Auch Chefkontrolleur Oetker geht

Aufsichtsräte verlassen Stada

Von Florian Bamberg

Nach der Übernahme durch Bain und Cinven steht Stada vor einem Neuanfang: Fünf Aufsichtsräte haben ihre Ämter niedergelegt. Weiterhin offen sind die Absichten von Hedgefonds-Manager Paul Singer.

Bain und Cinven wollen bei Stada durchregieren.

Stada

Bain und Cinven wollen bei Stada durchregieren.

Fünf Aufsichtsräte haben bei Stada ihre Ämter niedergelegt. Das gab der Pharmakonzern am heutigen Freitag bekannt. So gehen der Aufsichtsratschef Carl Ferdinand Oetker sowie das Opel-Vorstandsmitglied Tina Müller, außerdem Ralf Hoffmann, Birgit Kudlek und Gunnar Riemann. Die Nachfolger sollen bald bestimmt werden.

Der Wechsel im Kontrollgremium erhärtet den Eindruck, dass nach der Mehrheitsübernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven jetzt ein Neuanfang bei dem hessischen Hersteller von Nachahmerpräparaten ansteht. Dazu passt eine weitere Entwicklung: Am Donnerstagabend war bekannt geworden, dass Bain und Cinven bei Stada eine Komplettübernahme anstreben. So stehen die Finanzinvestoren mit dem Vorstand in Verhandlungen über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.

Paul Singer kontrolliert 11,59 Prozent der Stada-Aktien

Bain und Cinven hatten im Rahmen eines Umtauschangebots an die Aktionäre knapp 64 Prozent der Stada-Aktien gekauft. Den übrigen Aktionären wollen Bain und Cinven im Rahmen des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags ein neues Angebot machen, außerdem sollen die Anteilseigner eine Ausgleichszahlung bekommen.

Der Preis, den Bain und Cinven im Rahmen dieses Angebots pro Aktie hinlegen, steht noch nicht fest. Nimmt man den Aktienkurs als Indikator, so wird offenbar erwartet, dass die Offerte bei mehr als den 66,25 Euro pro Aktie liegen wird, welche die Finanzinvestoren den Aktionären derzeit noch bieten.

Ein großes Aktienpaket hält der aktivistische Investor Paul Singer, dessen weitere Absichten noch unklar sind. Der Chef des US-Hedgefonds Elliott kontrolliert nach Zukäufen in den vergangenen Tagen derzeit direkt und indirekt 11,59 Prozent der Stada-Stimmrechte. Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass Singer Aktien verkaufen will. Die Gelegenheit wäre allerdings günstig: Der Kurs von Stada liegt mittlerweile bei 81 Euro pro Anteilsschein.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

Die Chronologie der Übernahmesaga um den hessischen Generikahersteller können Sie hier auf der FINANCE-Themenseite zu Stada nachlesen. Mit der Themenseite zu Private Equity bleiben Sie darüber auf dem Laufenden, was die Welt der Finanzinvestoren bewegt.