Persönlich & Personal
22.05.15

Anleihekurs fährt Achterbahn

CFO Jürgen Steffensen scheidet bei Sympatex aus

Von Philipp Habdank

Sympatex-CFO Jürgen Steffensen verlässt pünktlich mit den Geschäftszahlen für das Jahr 2014 das Unternehmen, sein Nachfolger ist bereits gefunden. Die Mittelstandsanleihe des Textilspezialisten hat eine wilde Zeit hinter sich.

Der Textilienspezialist Sympatex bekommt einen neuen CFO: Jürgen Steffensen hat den Kapitalmarkt angezapft, die Kursentwicklung verlief turbulent.

Sympatex

Der Textilienspezialist Sympatex bekommt einen neuen CFO: Jürgen Steffensen hat den Kapitalmarkt angezapft, die Kursentwicklung verlief turbulent.

CFO Jürgen Steffensen wird noch den Geschäftsbericht für das Jahr 2014 über die Bühne bringen und dann parallel mit dessen Veröffentlichung Ende nächsten Monats bei Sympatex ausscheiden, um sich laut Unternehmensangaben „neuen unternehmerischen Aufgaben zu stellen“.

Seit 2010 ist Steffensen sowohl CFO als auch COO und bildet zusammen mit Michael Kamm die Geschäftsführung des Anbieters für Hightech-Funktionsmaterialien. Für die Nachfolgeregelung wählt Sympatex ein Mischmodell: Für den CFO-Posten wird Haiko Stüting, der bisherige Finanzchef der Ulmer Unternehmensgruppe Rampf, an Bord kommen. Die Geschäftsführung wird künftig jedoch Michael Kamm alleine innehaben.

Sympatex: CFO Jürgen Steffensen zapfte erstmals den Kapitalmarkt an

Michael Kamm dankte Steffensen für sein Engagement und die Neuausrichtung des Unternehmens durch die Platzierung einer Mittelstandsanleihe aus dem Jahr 2013. Steffensen sammelte am Kapitalmarkt gegen die Zahlung eines 8-Prozent-Kupons insgesamt 13 Milllionen Euro ein, um das geplante interne und externe Wachstum von Sympatex zu finanzieren.

Rund 30 Prozent des Emissionserlöses flossen laut Unternehmensangaben dabei in die Internationalisierung und das anorganische Wachstum von Sympatex. Weitere 30 Prozent steckte Kamm in den Ausbau der Marketing- und Vertriebsaktivitäten, wofür unter anderem neue Sales Manager angeworben wurden.

Sympatex: Anleihegläubiger erleben Achterbahnfahrt

Gänzlich aufgegangen ist das Konzept bisher jedoch noch nicht: Die Anleihe hat seit dem ersten Handelstag eine Achterbahnfahrt hinter sich. Hielt sich der Kurs nach der Emission zunächst knapp unter Par, folgte im Oktober vergangenen Jahres der Absturz: Nachdem Sympatex vermeldete, dass für das Jahr 2014 von einem Fehlbetrag ausgegangen werden müsse und das hälftige Stammkapital unterschritten würde, brach der Kurs auf nur noch 40 Prozent vom Nennwert ein.

Das rief die Ratingagentur Creditreform auf den Plan. Nachdem diese bereits im Juli 2014 das Anleiherating von BB- auf B+ gesenkt hatte, folgte Anfang Dezember dann die erneute Herabstufung auf B-. Die Creditreform begründete das Downgrade damit, dass es bisher nicht gelungen sei, die steigende Auftragslage in positive Zahlen umzumünzen.

Zuletzt konnte Sympatex seine Investoren jedoch wieder beruhigen. Der Start in das Jahr 2015 verlief laut Unternehmensangaben gut, der vorläufige Umsatz im ersten Quartal konnte um rund 8,6 Prozent auf 43 Millionen Euro gesteigert werden. Ob Sympatex damit der Turnaround gelingt, dürfte sich bereits nächsten Monat abzeichnen. Dann nämlich will das Unternehmen die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 vorlegen – und dann vermutlich auch einen Ausblick auf 2015. Die Investoren sind inzwischen wieder optimistischer gestimmt: Die Anleihe notiert derzeit wieder bei 92 Prozent.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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