Persönlich & Personal
03.05.17

FINANCE-Personalien

CFO-Meldungen: Bayer, Deutsche Bank, G+E Getec

Von Jakob Eich und Camilla Flocke

Bayer-CFO Johannes Dietsch bleibt nur noch bis zum Monsanto-Closing, James von Moltke wird neuer Finanzchef der Deutschen Bank und die G+E Getec Holding beruft einen neuen CEO und CFO. Lesen Sie mehr über die aktuellen CFO-Wechsel und weitere Personalien im FINANCE-Überblick.

Bayer, Deutsche Bank, G+E Getec: Alle CFO-Wechsel der Woche finden Sie bei FINANCE.

Bayer/Montage: FINANCE

Bayer-CFO Johannes Dietsch verlässt den Dax-Konzern nach über 30 Jahren. Wo es den 55-Jährigen hinzieht und wer ihm folgt, ist nicht bekannt.

Bayer-Finanzchef Johannes Dietsch geht Mitte 2018

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer muss sich einen neuen Finanzvorstand suchen. Wie die Leverkusener bekanntgaben, verlängert der Aufsichtsrat den Vertrag von CFO Johannes Dietsch zwar bis Mai 2018. Danach wird Dietsch den Dax-Konzern jedoch verlassen. Geplant ist, dass Dietsch die 66 Milliarden US-Dollar teure Übernahme des umstrittenen US-Saatgutherstellers Monsanto bis zum Closing begleitet. Dieses ist bis Ende des Jahres geplant. Wer Nachfolger des Finanzchefs wird, ist noch nicht bekannt.

Dietsch ist seit über 30 Jahren für den Dax-Konzern tätig und wurde im Herbst 2014 zum CFO ernannt. Zuvor hatte er verschiedene leitende Positionen inne, wie beispielsweise den Posten des Finanzchefs für den Finanz- und Verwaltungsbereich bei Bayer Japan.

Deutsche Bank: James von Moltke wird CFO

James von Moltke übernimmt ab Juli das Amt des Finanzchefs der Deutschen Bank und wird damit Nachfolger des derzeitigen CFOs Marcus Schenck. Dieser wurde zuletzt zum Chef des umgebauten Kapitalmarktgeschäfts ernannt. Von Moltke wechselt von der US-Bank Citigroup zum größten deutschen Geldhaus. Dort ist er seit 2015 Treasury-Chef.

Seine berufliche Karriere startete der gebürtige Heidelberger nach einem Studium in Oxford bei der Investmentbank Credit Suisse First Boston in London. 1995 wechselte von Moltke als Berater zu JP Morgan. Im weiteren Verlauf seiner Karriere war er unter anderem als Berater bei Morgan Stanley tätig, bis er 2009 zur Citigroup ging. Dort leitete er für drei Jahre den Bereich M&A, bis er die Verantwortung für die weltweite Finanzplanung übernahm und 2015 zum Treasury-Chef aufstieg.

Heiko Laubheimer ist neuer Finanzchef bei Getec

Die G+E Getec Holding baut ihr Mangement um: Thomas Wagner übernimmt als CEO den Vorsitz der Geschäftsführung, während Heiko Laubheimer den Finanzbereich als CFO leiten wird. Der 49-jährige Wagner kommt von dem Türsystemhersteller Dorma. Dort hatte er ebenfalls das Amt des CEO inne. Laubheimer wechselt als CFO von der Bartec-Gruppe, einem Anbieter von Sicherheitstechnik im Explosionsschutz, zu Getec.

Die G+E Getec Holding setzt sich aus den Teilkonzernen Getec Heat & Power, Getec Wärme & Effizienz sowie der Getec Media zusammen. Der schwedische PE-Investor EQT hatte im vergangenen Jahr eine Mehrheitsbeteiligung von 60 Prozent erworben. Der Umsatz der Getec Holding beläuft sich auf knapp 800 Millionen Euro.

Sie wollen immer auf dem Laufenden bleiben, welcher Finanzchef wohin wechselt? Wo gerade ein Posten frei ist? Dann laden Sie unsere FINANCE-CFO-Wechsel  herunter, die alle öffentlich kommunizierten CFO-Wechsel im deutschsprachigen Raum enthalten.

Jan Kemper wird auch M&A-Bereich leiten

Der zukünftige CFO des Medienunternehmens ProSiebenSat. 1, Jan Kemper, wird zusätzlich ab August auch den M&A-Bereich verantworten. Der bisherige Chief Investment Officer (CIO) Ralf Schremper wird den Konzern Ende Juli verlassen und zum Private-Equity-Investor Oakley Capital gehen. Florian Tappeiner wird den M&A-Bereich operativ leiten und an Kemper berichten.

Zukäufe sind für das Geschäftsmodell von ProSiebenSat.1 zentral. Die Münchener gehen immer wieder Beteiligungen ein und bieten den Unternehmen Werbeplätze bei den zahlreichen TV-Sendern an („Media for Equity“). Dadurch steigern sich die Erlöse der meisten Zukäufe. Beispiele sind der Parfümerieshop Flaconi sowie das Vergleichsportal Verivox. 

Besetzung des Fresenius-CFO-Posten weiter unklar

Kurioses CFO-Wirrwarr um den Bad Homburger Medizinkonzern Fresenius: In der vergangenen Woche hatte das „Manager Magazin“ berichtet, dass die Finanzchefin von Telefónica Deutschland, Rachel Empey, zu Fresenius wechseln würde. Diese Nachricht dementierte der Mobilfunkanbieter aber prompt per Ad-hoc-Mitteilung und wies darüber hinaus darauf hin, dass Empey noch einen Vertrag bis Ende 2018 habe. Die Vereinbarung hatte die Britin erst im Dezember verlängert.

Fresenius ist auf der Suche nach einem neuen Finanzvorstand, da der bisherige Finanzchef Stephan Sturm zum CEO befördert wurde. Derzeit besetzt er beide Positionen parallel. Presseberichten zufolge soll Sturm in einer Telefonkonferenz geäußert haben, dass ein Nachfolger gefunden sei, ohne einen konkreten Namen zu nennen. Dies sei nicht möglich, da der bisherige Arbeitgeber noch zögere, die Person freizugeben, so die Berichte.

Weitere Personalien

Steffen Schneider übernimmt ab Juli den CFO-Posten bei Sonnen, einem Anbieter von Batteriespeicherlösungen. Er wird für die Bereiche Finanzen, Controlling, Investor Relations, HR und IT verantwortlich zeichnen. Schneider kommt von SFC Energy, einem Anbieter von Hybrid-Stromversorgungslösungen. Zuvor arbeitete er beim Finanzierungsspezialisten Fox Corporate Finance und bei der Citigroup.

Andrea Tranel wird ab Juni neuer CFO des Schweizer Energieversorgers AEW Energie. Sie folgt auf Daniel Schibli, der das Unternehmen Ende März verlassen hat. Tranel wird unter anderem für die Bereiche Finanz- und Rechnungswesen, Controlling und Informatik verantwortlich sein. Darüber hinaus wird sie AEW in Beteiligungsgesellschaften vertreten. Zuvor arbeitete die Diplom-Ökonomin als Leiterin Corporate Controlling und stellvertretende CFO bei der staatlichen Schweizer Eisenbahngesellschaft SBB.

Falk Neukirch sein Amt als Finanzvorstand von Vita 34 Ende April niedergelegt. Er wolle sich neuen Herausforderungen widmen, teilte die Nabelschnurblutbank mit. Neukirch war seit Herbst 2015 im Amt. Er war seinerzeit auf Jörg Ulbrich gefolgt, der mittlerweile Finanzchef bei dem Fahrradverleiher Nextbike ist.

Der oberfränkische Polstermöbelhersteller Koinor hat eine personelle Veränderung in der Geschäftsführung bekanntgegeben. Zum 1. Mai wird Stefan Schulz, mit 33 Jahren der älteste Sohn des geschäftsführenden Gesellschafters Michael Schulz, Geschäftsführer bei Koinor. Das berichtete das Branchenportal „Möbelmarkt“ unter Berufung auf eine Unternehmensmitteilung. Nach einer Einarbeitungszeit werde Schulz Junior die Bereiche Finanzen, IT, Personal, Technik und Produktion von seinem Vater übernehmen.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

Sesselwechsel, Aufstiege, Abstiege und weitere Karriereschritte der CFOs im deutschsprachigen Raum finden Sie in unseren wöchentlichen FINANCE-Personalia. Alle CFO-Wechsel und -Meldungen der vergangenen Wochen und Monate sind auf unserer Themenseite CFO-Wechsel zusammengestellt.