Persönlich & Personal
07.07.17

Nachfolger von Lorenz Zwingmann

Ralph Heuwing wird neuer CFO von Knorr-Bremse

Von Desirée Backhaus

Knorr-Bremse hat einen Nachfolger für den scheidenden CFO Lorenz Zwingmann gefunden: Ralph Heuwing, bis Mai Finanzchef von Dürr, wird ab November bei dem Bremsenhersteller anheuern. Dort erwartet ihn eine spannende Aufgabe.

Knorr-Bremse

Der lanjährige Strategieberater und Dürr-CFO Ralph Heuwing fängt am 1. November bei Knorr-Bremse an.

Vom MDax-Konzern ins Familienunternehmen: Ralph Heuwing wird neuer CFO von Knorr-Bremse. Der frühere Dürr-Finanzchef wird im November bei dem Münchener Bremsenhersteller anheuern und ab Januar 2018 Lorenz Zwingmann als CFO ablösen. Das teilte Knorr-Bremse am heutigen Freitag mit.

Zwingmann hatte vor gut zwei Wochen bekannt gegeben, Anfang kommenden Jahres zum Hamburger Energiedienstleister Marquard & Bahls zu wechseln. Dort wird er nach einer Übergangsphase den scheidenden CFO Claus-Georg Nette ablösen.

Mit Heuwing gewinnt Knorr-Bremse einen erfahrenen Finanzer und Strategen: Als CFO hat der 51-Jährige maßgeblich dazu beigetragen, den Maschinen- und Anlagenbauer Dürr vom Sanierungsfall zum Börsenstar zu formen. In seiner zehnjährigen Amtszeit bis 2017 ist der Umsatz um 170 Prozent gestiegen, der operative Gewinn (Ebit) hat sich vervierfacht und der Aktienkurs gar verfünffacht. Für diese Leistung zeichnete ihn FINANCE im vergangenen Jahr als CFO des Jahres 2016 aus.

Ralph Heuwing verließ Dürr nach zehn Jahren als CFO des Jahres

Der Abgang von Heuwing bei Dürr kam nicht überraschend: Bereits im Sommer 2016 hatte der Diplom-Ingenieur angekündigt, seinen bis Mai diesen Jahres laufenden Vertrag bei dem schwäbischen Industriekonzern, der in erster Linie Lackieranlagen für die Autoindustrie herstellt, nicht verlängern zu wollen. „Wenn noch einmal etwas Neues kommen soll, dann muss es jetzt sein“, begründete der zweifache Familienvater im November seine Entscheidung gegenüber FINANCE. Als neuen CFO verpflichtete Dürr den gebürtigen Italiener und Automotive-Spezialisten Carlo Crosetto.

Bei Knorr-Bremse wird Heuwing vor allem als kritischer Begleiter des Wachstumskurses gefordert sein, der derzeit alles andere als gradlinig verläuft. „Wir setzen auf sein straffes Finanzmanagement und seinen strategischen Weitblick, um gemeinsam den dezidierten Wachstumskurs von Knorr-Bremse weiter voranzutreiben“, formuliert Aufsichtsratschef Hans-Georg Härter die Erwartung an den neuen CFO.

Der Bremsenhersteller, der mit einem Umsatz von 5,5 Milliarden Euro noch einmal etwas größer ist als Heuwings früherer Arbeitgeber Dürr, wächst zwar seit Jahren kontinuierlich – auch dank vieler kleiner M&A-Deals. Die strategisch wichtige, geplante Großakquisition des schwedischen Lkw-Zulieferers Haldex für 580 Millionen Euro droht allerdings zu scheitern.

Knorr-Bremse ist nach Dürr und BCG erst dritte Station für Heuwing

Knorr-Bremse ist für Heuwing erst die dritte Karrierestation: Der 51-Jährige war 17 Jahre für die Boston Consulting Group (BCG) tätig. Für die Strategieberatung baute Heuwing unter anderem das indische Büro in Mumbai auf und stieg 2001 in die deutsche Geschäftsführung auf. 2007 heuerte der passionierte Bergsteiger dann bei Dürr an.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de

Alles über den Karriereweg des neuen Knorr-Bremse-CFOs finden Sie im FINANCE-Köpfe-Profil von Ralph Heuwing.