Persönlich & Personal
01.08.17

Aufstieg zur Fresenius-Finanzchefin

CFO des Monats: Rachel Empey

Von Jakob Eich

CFO Rachel Empey hat für Telefónica Deutschland zahlreiche Milliardendeals eingefädelt. Das hat das Interesse des Medizinriesen Fresenius geweckt, der die Britin jetzt zum Dax-CFO krönt.

Rachel Empey ist seit dem heutigen Dienstag CFO des Medizinriesen Fresenius. Die 41-jährige Britin hat sich den Aufstieg zur Dax-Finanzchefin hart erarbeitet.

Telefónica Deutschland

Rachel Empey ist seit dem heutigen Dienstag CFO des Medizinriesen Fresenius. Die 41-jährige Britin hat sich den Aufstieg zur Dax-Finanzchefin hart erarbeitet.

Seit dem heutigen Dienstag ist Rachel Empey Finanzchefin des Medizinriesen Fresenius. Mit gerade einmal 41 Jahren ist die langjährige Finanzchefin des Mobilfunkanbieters Telefónica Deutschland („O2“) zum Dax-CFO aufgestiegen.

Für Empey ist es ein eindeutiger Karrieresprung. Sie hat nicht nur einen der begehrten CFO-Posten im Dax ergattert. Fresenius ist mit einer Marktkapitalisierung von 41 Milliarden Euro auch mehr als viermal so viel wert wie der TecDax-Konzern Telefónica Deutschland.

CFO Rachel Empey fädelte bei Telefónica die E-Plus-Übernahme ein

Bei Telefónica hat die smarte Britin in den vergangenen sieben Jahren Beeindruckendes geleistet. Nicht einmal ein Jahr nach dem Börsengang im Oktober 2012, den Empey maßgeblich mitbegleitet hatte, fädelte die Mathematikerin die Übernahme des Wettbewerbers E-Plus ein. Der 8 Milliarden Euro schwere M&A-Deal eröffnete den Münchenern Synergien im Barwert von 5 Milliarden Euro.

Als zwei Jahre später die milliardenschweren Versteigerungen der Mobilfunkfrequenzen anstanden, agierte die Finanzchefin ebenso akribisch: Sie bildete mit ihrem Team einen „War Room“, in dem sie die möglichen Ausgänge des Bieterwettstreits analysierte.

Auch in Finanzierungsfragen war die begeisterte Hobbysportlerin für den Telefónica-Konzern aktiv: CFO Empey legte einen Schuldschein auf, sicherte den Münchenern den ersten Konsortialkredit der Konzerngeschichte sowie ein 450 Millionen Euro schweres Darlehen bei der Europäischen Investitionsbank (EIB). Mit den Transaktionen hat sie die Deutschland-Tochter von Telefónica unabhängiger von der spanischen Mutter gemacht. 

Fresenius-Wechsel ist riesiger Karriereschritt für Rachel Empey

Durch Empeys herausragende Arbeit bei den Münchenern wurde auch Fresenius-CEO Stephan Sturm auf die Britin aufmerksam. Seit seinem Aufstieg zum Konzern-Chef im Sommer 2016, verantwortete Sturm das Finanzressort der Bad Homburger in Personalunion.

Mit Rachel Empey hat er nun seine Wunschkandidatin nach Hessen gelockt. Bereits Ende April waren Gerüchte aufgekommen, dass Empey vor einem Wechsel zu Fresenius stünde. Telefónica hatte entsprechende Berichte damals noch dementiert – auch weil die Managerin ihren Vertrag erst im Dezember 2016 verlängert hatte. Offenbar konnten sich die beiden Konzerne dennoch einigen.

Einen kleinen Wermutstropfen hat der Wechsel von der Münchener Telefónica zur Bad Homburger Fresenius für Empey jedoch. Die Finanzchefin geht ausgesprochen gerne wandern, macht regelmäßig mehrstündige Touren in den Alpen. Bei der hessischen Fresenius wird Empey etwas weiter reisen müssen, um diesem Hobby nachzugehen.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

Rachel Empey war sieben Jahre lang CFO von Telefónica Deutschland. Was sie dort geleistet hat, können Sie im FINANCE-Köpfe-Profil von Rachel Empey nachlesen.

Für herausragende Leistungen, besonderen Spürsinn oder mutige Entscheidungen zeichnet FINANCE jeden Monat einen Finanzvorstand aus. Welche Finanzchefs die Auszeichnung bislang erhalten haben, lesen Sie auf unserer Themenseite CFO des Monats.