Risiko & IT
11.11.15

Internationale Konzernstrukturen bieten Angriffspunkte

Professionelle Betrüger nehmen deutsche Finanzabteilungen ins Visier

Von Antonia Kögler

In den USA häufen sich Fälle, in denen professionelle Betrüger hohe Geldbeträge von Unternehmen ergaunern. Da die Maschen der Kriminellen dort immer bekannter werden, expandieren sie nach Europa. Auch in Deutschland haben sie bereits zugeschlagen.

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Betrüger machen sich die internationalen komplexen Strukturen von deutschen Unternehmen zunutze. Je weniger sich die Mitarbeiter persönlich kennen, umso leichter lassen sich Identitäten stehlen.

Professionelle Betrüger attackieren jetzt auch verstärkt deutsche Unternehmen. Ihre Betrugsmasche haben sie aus den USA exportiert. Anfang des Jahres wurde ein Manager eines US-Unternehmens dazu gebracht, etwa 17 Millionen auf ein chinesisches Konto zu überweisen. Die Angreifer haben dafür die sogenannte  „Fake-President-Masche“ genutzt. Einer der Betrüger gab sich als Vorstandsmitglied aus und wies den Manager an, diskret und persönlich eine Zahlung von höchster Wichtigkeit zu veranlassen.

Die Betrüger zielen dabei immer auf die Schwachstelle Mensch. Der betroffene Mitarbeiter fühlt sich geschmeichelt, in einer Sache von so großer Wichtigkeit direkt vom obersten Chef betraut zu werden, und tappt in die Falle. Vertrauen schaffen die Betrüger außerdem durch gefälschte Emails und Anrufe von vermeintlichen Wirtschaftsprüfern. Da die Fälle in den USA jedoch immer bekannter werden, sind jetzt immer häufiger auch deutsche Unternehmen die Zielscheibe.

Betrüger greifen US-Tochter eines deutschen Mittelständlers an

Bei einem deutschen Mittelständler haben die Betrüger bereits erfolgreich zugeschlagen. Sie haben sich die internationale Aufstellung des Unternehmens zunutze gemacht und die Anonymität, die damit einhergeht. Ihre Zielscheibe war die US-Tochter des deutschen Unternehmens.

Wie die Betrüger genau vorgingen und welche Sicherheitsmaßnahmen das Unternehmen seitdem ergriffen hat, erfahren Sie bei unserer Schwesterpublikation DerTreasurer.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de