Strategie & Effizienz
07.08.17

Erneutes Investment in Krisensituation?

Asbeck bietet angeblich für Solarworld

Von Jakob Eich

Solarworld-Gründer Frank Asbeck will offenbar zusammen mit Partnern Teile des insolventen Photovoltaik-Konzerns kaufen. Wie vor einigen Jahren schon, scheint er erneut mit Katar zu kooperieren.

Medienberichten zufolge will Solarworld-Gründer Frank Asbeck den insolventen Photovoltaikkonzern selbst kaufen. Er hofft auf Unterstützung aus Katar.

Solarworld

Medienberichten zufolge will Solarworld-Gründer Frank Asbeck den insolventen Photovoltaikkonzern selbst kaufen. Er hofft auf Unterstützung aus Katar.

Frank Asbeck, Gründer und CEO des insolventen Photovoltaikkonzerns Solarworld, will angeblich große Teile des Unternehmens kaufen. Wie die „Ostthüringer Zeitung“ erfahren haben will, steht Asbeck hinter einem Übernahmeangebot von Investoren aus Katar. Dieses hat der Insolvenzverwalter Horst Piepenburg jüngst als erfolgversprechend vorgestellt.

Bei der Offerte geht es um die Übernahme der Solarworld-Werke im thüringischen Arnstadt und im sächsischen Arnstadt. Diese beiden Anlagen sind das Kernstück des Europageschäfts von Solarworld. In den USA betreibt der Konzern weitere Werke.

Gemäß des Investorenplans sollen rund 450 Mitarbeiter ihre Jobs behalten dürfen, den verbleibenden 1.400 droht das Ausscheiden. Für sie wollen die Investoren eine Transfergesellschaft einrichten. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters wollte die Details des Angebots aus Vertraulichkeitsgründen nicht kommentieren.

Frank Asbeck investierte schon 2013 mit Katar zusammen

Asbeck ist derzeit Alleinvorstand des einstigen Vorzeigeunternehmens der deutschen Solarindustrie. In der vergangenen Woche hatten Solarworld-CFO Philipp Koecke und alle anderen Vorstandsmitglieder ihre Rücktritte erklärt, nachdem die Bonner im Mai Insolvenz anmelden mussten.

Solarworld war eines der erfolgreichsten deutschen Photovoltaikunternehmen. Doch Kürzungen der Subventionen sowie Billigkonkurrenz aus China setzten den Bonnern schwer zu. Schon 2013 konnte Asbeck die Pleite nur durch einen Schuldenschnitt abwenden. Damals mussten die  Aktionäre auf mehr als 95 Prozent ihres Kapitals verzichten. Auch den damaligen Großaktionär Asbeck traf die Refinanzierung finanziell hart.

Damals stiegen zunächst Investoren aus Katar mit frischem Eigenkapital bei Solarworld ein, Asbeck beteiligte sich an dem Investitionsvehikel und blieb damit einer der bestimmenden Aktionäre Solarworlds. Katar hält aktuell 29 Prozent an Solarworld, Asbeck rund 21 Prozent. Dieses Manöver will Unternehmensgründer Asbeck nun offenbar wiederholen – allerdings im Wege eines Asset-Deals, nicht über ein Investment in den Gesamtkonzern.

Solarworld: Erste Vorentscheidungen in den kommenden Tagen

Erste Vorentscheidungen über die Zukunft von Solarworld sollen in den kommende Tagen fallen. Nach Angaben der „OTZ“ fühlen sich andere interessierte Investoren im Insolvenzverfahren allerdings nicht ausreichend beachtet.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters hatte hingegen erklärt, das andere Bieter sich nicht ernsthaft in den Investorenprozess eingebracht oder sich nicht an Vertraulichkeitsvereinbarungen gehalten hätten.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

Solarworld war einst der Star der deutschen Solarbranche, stürzte jedoch jäh ab. Lesen Sie die gesamte Geschichte auf unserer FINANCE-Themenseite Solarworld.