Strategie & Effizienz
21.04.15

Konsolidierung bei Wirtschaftsprüfungen

Die Wirtschaftsprüfer RBS und Mazars fusionieren

Von Florian Bamberg

Die beiden Wirtschaftsprüfer RBS und Mazars gehen zusammen. Ein Grund für die Fusion ist die stärkere Regulierung aus Brüssel. Außerdem zählt Größe, wollen sich die Gesellschaften gegen harte Konkurrenz behaupten.

Die beiden Wirtschaftsprüfer RBS und Mazars gehen zusammen.

Thinkstock/Getty Images

Die beiden Wirtschaftsprüfer RBS und Mazars gehen zusammen.

Die beiden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Roever Broenner Susat (RBS) und Mazars Deutschland schließen sich zusammen. Im Interview mit FINANCE begründeten Partner der beiden Gesellschaften den Deal mit dem Konsolidierungsdruck der Branche RBS hat 2014 in Deutschland einen Umsatz von 80 Millionen Euro gemacht, Mazars kam auf 30 Millionen. Die fusionierte Gesellschaft Roever Broenner Susat Mazars wäre damit hierzulande die Nummer 8.

„RBS ist schon länger auf Expansionskurs“

Bei dem Geschäft fließt kein Geld. In Deutschland wird Mazars in dem größeren Partner Roever Broenner Susat aufgehen – das bedeutet, dass die Mazars-Partner ihre Anteile bei RBS einbringen und im Gegenzug an der fusionierten Gesellschaft beteiligt werden. International wird die vergrößerte RBS wiederum zum Teil der Mazars-Partnerschaft, was über ein Genossenschaftsmodell gelöst wird.

„RBS ist in Deutschland schon länger auf Expansionskurs“, sagte Gregor Kunz zu FINANCE. Der 57-Jährige war bisher Teil des RBS-Vorstands, künftig wird er im Aufsichtsrat der RBS-Gruppe sitzen. „Mazars Deutschland wäre auch allein für sich genommen interessant gewesen, um unsere Expansion fortzusetzen“, so Kunz weiter. Die Tatsache, dass die französischstämmige Mazars als internationale Partnerschaft in 73 Ländern agiere, sei ein zusätzlicher Grund gewesen.

„Mazars ist in Deutschland alleine zu schwach“

„Die Fusion macht für beide Organisationen Sinn“, sagte Kunz. „Mazars ist in Deutschland alleine zu schwach, um angesichts des Konsolidierungsdrucks zu bestehen“, so der künftige Aufsichtsrat. Eine verstärkte Regulierung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften durch die EU würde dazu führen, dass der Markt nicht Platz für mehr als zehn Gesellschaften hätte. „RBS wiederum gewinnt durch eine starke internationale Verbindung“, erklärt Kunz weiter.

Neben Kunz haben auch Christoph Regierer von RBS und Guido Gottschalg von Mazars den Zusammenschluss maßgeblich vorangetrieben, erklärten die drei im Interview. Regierer und Gottschalg rücken in das Management Board der fusionierten Gesellschaft.

„Wir als RBS haben durch den Deal bewiesen, dass wir als RBS ein attraktiver Fusionspartner sind“, so Kunz. „Wir haben weitere Gesellschaften auf dem Schirm und hoffen, zum Zuge zu kommen“.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de