Strategie & Effizienz
20.07.17

Nach der Insolvenz

Fahrradhersteller Mifa findet Käufer

Von Jakob Eich

Die insolvente Fahrradschmiede Mifa hat im Coburger Unternehmer Stefan Zubcic einen neuen Investor gefunden. Mifa soll nun unter neuem Namen in die Erfolgsspur zurückfinden.

Der insolvente Fahrradhersteller Mifa hat einen neuen Investor gefunden. Die Sangerhäuser sollen künftig unter „Sachsenring Bike Manufaktur“ firmieren.

J. Eich/Frankfurt Business Media

Der insolvente Fahrradhersteller Mifa hat einen neuen Investor gefunden. Die Sangerhäuser sollen künftig unter „Sachsenring Bike Manufaktur“ firmieren.

Der insolvente Fahrradbauer Mifa steht vor der Rettung. Nach einer monatelangen Zitterpartie hat der Coburger Unternehmer Stefan Zubcic einen Kaufvertrag für das ostdeutsche Unternehmen unterzeichnet, wie der Insolvenzverwalter Lucas Flöther in einer Pressemitteilung bekanntgab.

Der neue Mifa-Eigner will das Sangerhäuser Unternehmen umkrempeln. Dieses soll künftig unter „Sachsenring Bike Manufaktur“ firmieren. „In Summe werden wir uns auf einem deutlich abgesenkten Umsatzvolumen  konsolidieren und dann langfristig und mit Augenmaß wieder wachsen“, lässt sich Zubcic in der gleichen Mitteilung zu seinem Investment zitieren. Die verbliebenen 130 Mifa-Mitarbeiter haben bereits neue Arbeitsverträge zu den alten Konditionen erhalten. Diese treten in Kraft, sobald der neue Eigentümer den Kaufpreis überwiesen hat.

Zubcic ist auf den Wiederaufbau insolventer Unternehmen spezialisiert. Er hatte vor drei Jahren Teile von Sachsenring Zwickau übernommen. In dem Betrieb wurde einst die DDR-Automarke Trabant produziert. Im März dieses Jahres hat der Investor zudem den Flachglasveredler Saxo gekauft. Wie viel Zubcic für Mifa zahlt, ist unbekannt.

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Fahrradbauer Mifa war schon zweimal insolvent

Der traditionsreiche Fahrradhersteller hatte im Januar zum zweiten Mal binnen drei Jahren Insolvenz anmelden müssen. Die Pleite kam überraschend, da Mifa nur Wochen zuvor die Produktion in einem für 17 Millionen Euro neu erbauten Werk begonnen hatte. Doch die erhofften Umsätze waren ausgeblieben.

Im September 2014 war Mifa schon einmal pleitegegangen. Seinerzeit war der rettende Einstieg des indischen Hero-Konzerns geplatzt. Zuvor war ein Bilanzskandal publik geworden – Mifa hatte die Investoren über Jahre hinweg mit falschen Zahlen getäuscht.

Mifa hat noch eine Mittelstandsanleihe aus dem Jahr 2013 am Markt, die im August des kommenden Jahres zur Rückzahlung fällig wird. Viel Hoffnung machen sich die Gläubiger nicht mehr: Der Mini-Bond notiert derzeit bei 2,5 Prozent.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

Monatelang hielt der ostdeutsche Fahrradbauer den Bond-Markt in Atem. Lesen Sie die komplette Geschichte auf der FINANCE-Themenseite Mifa. Alles Wichtige zu den Pleiten, Pech und Pannen im Mini-Bond-Segment finden auf unserer Themenseite Mittelstandsanleihen. Bei uns finden Sie auch alles Wissenswerte zum Thema Restrukturierung.