Strategie & Effizienz
23.06.17

Im Abwehrkampf gegen Busch-Übernahme

Pfeiffer Vacuum kauft in den USA zu

Von Florian Bamberg

Pfeiffer Vacuum wehrt sich gerade gegen einen Übernahmeversuch. Jetzt schluckt der Pumpenhersteller selbst einen Wettbewerber. Als Giftpille taugt der Deal aber nicht.

Pfeiffer Vacuum wehrt sich gegen eine Übernahme durch Busch. Jetzt hat das TecDax-Unternehmen selbst zugekauft.

Pfeiffer Vacuum

Pfeiffer Vacuum wehrt sich gegen eine Übernahme durch Busch. Jetzt hat das TecDax-Unternehmen selbst zugekauft.

Der Vakuumpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum hat einen M&A-Deal in den USA eingefädelt. Pfeiffer kauft den Wettbewerber Nor-Cal Products. Für das Eigenkapital legt Pfeiffer 68 Millionen US-Dollar hin, wie das börsennotierte Unternehmen jetzt bekanntgab. Finanziert werde der Kauf vor allem durch Bankdarlehen.

Pfeiffer ist gerade selbst Ziel eines feindlichen Übernahmeversuchs. Der Familienkonzern Busch ist mit einem Umtauschangebot an die Pfeiffer-Aktionäre zwar zunächst allem Anschein nach gescheitert, die endgültige Angebotsfrist endete am 22. Juni. Doch Busch dürfte sich so schnell nicht geschlagen geben. 

Busch will bei Pfeiffer weiter aufstocken

Busch hält 30,5 Prozent der Pfeiffer-Aktien. Gesellschafter Sami Busch hat jüngst angekündigt, er wolle nach dem Scheitern des Übernahmeangebots am Markt weitere Pfeiffer-Anteile einsammeln. Jüngst hatte der Kaufinteressent angeregt, Pfeiffer solle einen eigenen CFO-Posten schaffen.

Als Giftpille, die einen möglichen Käufer abwehrt, ist der jetzt besiegelte Zukauf durch Pfeiffer nicht zu werten. Übernimmt ein M&A-Ziel selbst ein Unternehmen, schüttelt das den Verfolger nur dann ab, wenn das vergrößerte Ziel dessen Kapazitäten übersteigt. Das Eigenkapital von TecDax-Konzern Pfeiffer Vacuum wird am Markt allerdings mit 1,32 Milliarden Euro bewertet. Damit ist das Zukaufsziel Nor-Cal gerade mal ein Zwanzigstel so groß wie der Käufer.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de