Strategie & Effizienz
06.08.14

Ein Quartal Haltezeit: Gießerei geht an Eurotech

Quickflip: PE-Investor Callista verkauft MWK Schwäbisch Gmünd

Von Sabine Reifenberger

Erst im April dieses Jahres hatte der PE-Investor Callista die Aluminiumgießerei MWK Schwäbisch Gmünd von der Georgsmarienhütte übernommen. Nun hat der Betrieb das Portfolio schon wieder verlassen: Callista reicht MWK an die niederländische Eurotech weiter.

PE-Investor Callista reicht die MWK Schwäbisch Gmünd nach gut drei Monaten Haltezeit schon weiter an die Eurotech Group.

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PE-Investor Callista reicht die MWK Schwäbisch Gmünd nach gut drei Monaten Haltezeit schon weiter an die Eurotech Group.

Mangelnde Transaktionsgeschwindigkeit kann man dem noch recht jungen PE-Investor Callista nicht vorwerfen: Nach nur gut drei Monaten Haltezeit hat das Private-Equity-Haus die Aluminiumgießerei MWK Schwäbisch Gmünd an die niederländische Eurotech Group verkauft. Die Gießere mit einem Jahresumsatz von 30 Millionen Euro hatte Callista erst im Frühjahr dieses Jahres von der Unternehmensgruppe Georgsmarienhütte übernommen. Das damals ebenfalls übernommene Schwesterunternehmen MWK Renningen mit einem Jahresumsatz von rund 28 Millionen Euro verbleibt vorerst im Callista-Portfolio.

Die niederländische Eurotech Group will sich mit der Übernahme als europaweit führender Hersteller für Aluminiumsandgussteile und –lösungen positionieren und sich den Zugang zu neuen Kundengruppen erschließen. Was die Holländer für die Gießerei bezahlen, ist nicht bekannt. Callista sagte, man habe mit der Transaktion eine „signifikante Wertsteigerung“ für die Investoren erzielt, nannte jedoch keine Zahlen. Auch bei der Übernahme des Unternehmens von der Georgsmarienhütte hatten die Beteiligten über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart.

PE-Investor Callista plant weitere Zukäufe

Offen ist, ob die rasche Weitergabe der MWK Schwäbisch Gmünd, die unter anderem Siemens und Bosch zu ihren Kunden zählt, von vornherein so geplant war. Callista teilte zu dem Vorgang lediglich mit, man habe „die MWK Schwäbisch Gmünd seit dem Erwerb erfolgreich neu außerhalb ihres ehemaligen Konzernumfelds positioniert und nachhaltig für den selbständigen Betrieb gerüstet.

Die Zusammenarbeit mit dem Schwesterbetrieb MWK Renningen bei Kundenaufträgen soll bestehen bleiben.  Callista will sich künftig auf die weitere Neuausrichtung der MWK Renningen fokussieren und wolle auf Basis „einer gut gefüllten Pipeline“ im laufenden Jahr weitere Zukäufe tätigen. Als Zielbranche interessant sei die Automobilindustrie, sagte Callista-CEO Olaf Meier.

Callista hält neben der MWK Renningen noch das Kreuzfahrtschiff MS Deutschland im Portfolio. Bei dem Restrukturierungsfall hat der PE-Investor vor kurzem die Zügel angezogen , nachdem die Umsatz- und Ertragsziele voraussichtlich auch in diesem Jahr nicht erreicht werden.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de