Strategie & Effizienz
08.03.16

Lücke zu großen Häusern schließt sich

Smallcap-M&A-Berater auf dem Vormarsch

Von Sabine Reifenberger

Deutsche M&A-Berater mit Fokus auf kleine M&A-Deals haben ihre Auslastung gegenüber dem Herbst deutlich steigern können. Für die kommenden Monate bleiben sie optimistisch – im Gegensatz zu den Spezialisten für große Transaktionen.

Die M&A-Berater mit Fokus auf kleineren M&A-Deals konnten ihre Auslastung in den vergangenen Monaten deutlich steigern.

Fuse/Thinkstock/Getty Images

Die M&A-Berater mit Fokus auf kleineren M&A-Deals konnten ihre Auslastung in den vergangenen Monaten deutlich steigern.

Die M&A-Berater mit Fokus auf Smallcap-Transaktionen haben ihre Herbstflaute aus dem vergangenen Jahr offenbar überwunden. Darauf deutet der neue Prognoseindikator des FINANCE M&A Panels hin, für den FINANCE und die Kanzlei CMS regelmäßig M&A-Berater und Investmentbanker anonym zu ihrer aktuellen sowie der erwarteten künftigen Auslastung befragen. 

Dabei zeigt sich, dass der Aufschwung, von dem die Spezialisten für Mid- und Largecap-Deals im Herbst profitiert haben, mit etwas zeitlicher Verzögerung nun auch die M&A-Berater mit Fokus auf Smallcap-Deals erfasst hat. Auf einer Skala –5 bis +5, wobei der Wert 0 einem durchschnittlichen Projektaufkommen entspricht, stufen sich die Smallcap-Häuser zurzeit mit 1,93 Punkten ein. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Herbst, als sie ihr aktuelles Projektaufkommen mit 1,34 bewerteten. 

M&A-Berater mit Blick auf künftige Auslastung gespalten

Die Spezialisten für Mid- und Largecap-Deals haben ihre Auslastung seit der vorangegangenen Befragung  im Herbst auf einem hohen Niveau von 2,39 konstant gehalten. Über alle befragten M&A-Berater hinweg ergibt sich damit eine Auslastung von 2,09, nach 1,72 im Herbst 2015. Damit hat sich die Gesamtauslastung seit Beginn der Befragung im Juni 2014 kontinuierlich gesteigert.

Die im Herbst getätigten Prognosen der M&A-Berater haben sich als realistisch erwiesen: Die Beratungshäuser mit Fokus auf kleineren M&A-Deals hatten damals eine Auslastung von 1,97 erwartet und haben mit 1,93 nahezu eine Punktlandung hingelegt. Auch die aktuelle Auslastung der Gesamtbranche haben die M&A-Berater und Investmentbanker im Oktober nahezu exakt prognostiziert: Damals gingen sie von einer künftigen Auslastung von 2,06 aus, es wurden 2,09.

Die aktuellen Prognosen für die kommenden drei bis acht Monate laufen allerdings deutlich auseinander – und könnten dafür sorgen, dass die Spezialisten für Smallcap-Deals die M&A-Berater für Mid- und Largecap-Transaktionen bald deutlich überflügeln. Während die Berater mit Fokus auf kleineren M&A-Deals für die kommende Zeit eine deutliche Steigerung gegenüber ihrer aktuellen Auslastung auf einen Wert von 2,40 erwarten, sind die Berater für größere Deals weniger optimistisch. Sie erwarten, dass ihre Auslastung auf den Wert 1,81 absinkt. Das wären mehr als 20 Prozent weniger, als es aktuell der Fall ist. Die Dealmaschine bei den größeren Transaktionen ist aktuell offensichtlich nicht mehr so gut geölt wie zuletzt.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Die vollständigen Ergebnisse des FINANCE M&A Panels stehen im Bereich FINANCE Research kostenlos zum Download zur Verfügung. Aktuelle Entwicklungen und Personalien in der M&A-Branche finden Sie auf unserer Themenseite über die M&A-Berater.