Transformation: Agilität ist angesagt

Zentrale Kennzahlen im Blick, Konsens in der Strategie und mit Planungen auch auf kritische Szenarien vorbereitet – so werden CFOs zu strategischen Impulsgebern in turbulenten Zeiten.

Welche Schlüsselkriterien bestimmen den Unternehmenserfolg? Wie hängen sie von­ einander ab, und welche Faktoren haben auf sie Einfluss? Wenn CFOs diese Fragen beantworten können – sowohl hinsichtlich kurzfristiger Ent­wicklungen als auch zukunftsorientiert für die Unternehmensstrategie –, haben sie die richtigen Handlungsoptionen auch in turbulenten Zeiten parat.

So gilt es für das Finanzwesen im Konsens mit den Geschäftsbereichen neue Wege für agi­les Handeln zu finden. Dafür müssen viele der Planungsprozesse neu überdacht werden. Im Fo­kus steht dabei die Fähigkeit, Einnahmen­ und Ausgabenprognosen im Zeitverlauf anzupassen, mehrere Szenarien gleichzeitig abzubilden und die Auswirkungen neuer Märkte, personeller Veränderungen oder neuer Vorschriften aufzeigen zu können. Dafür braucht es neue Lösungen.

Daten sind das A und O

Hilfreich dabei ist, dass sich Finanzabteilun­gen von manuellen, periodischen und isolier­ten Planungsprozessen befreien und auf flexible Planungsplattformen und -­modelle setzen. Das ermöglicht auf Basis verlässlicher Daten eine pro­duktive abteilungsübergreifende Kommunikation. Für Planungen sollten insbesondere auch Bereiche außerhalb des Finanzwesens sowie operative und transaktionsbasierte Echtzeitinformationen aus Unternehmenslösungen berücksichtigt werden. Das heißt, Informationen aus dem Finanz­, HR­ und Vertriebsbereich sollten verknüpft werden.

So lässt sich beim Operational Planning Transparenz schaffen, und die Zusammenarbeit zwischen den Finanz­ und funktionalen Teams wird verbessert. Das Ergebnis: Die Finanzabtei­lung kann sich als strategische Kraft im Unterneh­men etablieren, die unternehmensweite Planung orchestrieren und sich als Impulsgeber für Verän­derungen und Innovationen positionieren.

Wichtiges Element: Szenarioplanung

Ein wichtiges Element ist bei der Umsetzung die Szenarioplanung, also, Strategien für variable, kritische Geschäftsfaktoren festzulegen, um auf dynamische Veränderungen reagieren zu können. Szenarien müssen funktionsübergreifend relevant sein, um die nötige Akzeptanz zu finden. Daher sollten zuerst die Top-­Prioritäten der Führungs­kräfte auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Dies hilft, die Herausforderungen der Geschäftsbereiche aus unterschiedlichen Perspek­tiven zu verstehen sowie den Wettbewerb, Markt­kräfte und Entwicklungsfaktoren zu bewerten und so die finanziellen Auswirkungen der Priori­ täten herauszuarbeiten.

Der nächste Schritt sind Analysen, um Hand­lungsschwerpunkte und deren relevante Faktoren zu bestimmen. Hier sind folgende Fragen wich­tig: „Wie stark können die Faktoren Ergebnisse beeinflussen?“ „Welche Variablen sind kurzfristig steuerbar, welche haben eine längere Vorlauf­ zeit?“ Nicht jeder Einflussfaktor ist zu optimie­ren, entscheidend ist, die wichtigsten in allen Szenarien zu berücksichtigen.

Damit das Finanzteam eine ganzheitliche Sicht entwickeln kann, kann es Vorteile bringen, systemgestützt externe Daten aus der Branche, der Wirtschaft, von Kunden und Partnern einzubinden. Dies unterstützt dabei, schnellere und genauere Prognosen zu erstellen und die Szena­rioplanung besser auf Marktbedingungen auszu­richten.

Dabei ist klar: Nicht alle Variablen ändern sich im gleichen Takt. Und nicht alle geschäftsrelevanten Variablen wirken sich substantiell aus. Für mehr Agilität gilt es daher, die kontinuierli­che Planung mit der Szenarioplanung zu kombi­nieren.

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