Die in Unterschleißheim bei München ansässige Baader Bank hat eine Gewinnwarnung ausgegeben. Schwache Handelsumsätze machen dem Geldhaus zu schaffen.

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19.10.18
Banking & Berater

Baader Bank rutscht in die roten Zahlen

Die Baader Bank will eigentlich im Firmenkundengeschäft angreifen. Doch nun muss das Geldhaus seine Prognose drastisch reduzieren. Die Münchener glauben nicht mehr daran, das Jahr mit einem positiven Ergebnis beschließen zu können.

Die Baader Bank rutscht in die Verlustzone. Wie das Geldhaus mitteilt, hätten sich „die Rahmenbedingungen im dritten Quartal 2018 weiter deutlich eingetrübt“. Das Problem der Baader Banker sei, dass die für das Geldhaus relevanten Handelsumsätze an den großen deutschen Börsen derzeit stark zurückgingen, erklärte eine Sprecherin die Gewinnwarnung auf FINANCE-Nachfrage.

Die schwach laufenden Geschäfte schlagen sich deutlich in den Zahlen nieder: Die Baader Bank rechnet für 2018 nun nicht mehr mit einem positiven Jahresergebnis. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag Ende September „deutlich im negativen einstelligen Millionenbereich“, teilte die Bank mit. Offenbar sieht das Management um CEO Nico Baader keine Chance mehr, diesen Rückstand noch aufzuholen.

„Das liest sich nicht gut“, kommentierte ein Händler von Lang & Schwarz am Donnerstagabend die Gewinnwarnung. Die Aktie reagierte deutlich: Das Papier, das am Vortag in der Spitze bei 1,78 Euro notierte und bei 1,70 Euro aus dem Handel gegangen war, stürzte am Freitagmorgen auf Tiefstwerte von 1,45 Euro. Am späteren Vormittag erholte sich die Aktie wieder, konnte die Verluste aber nicht vollständig aufholen.

Neues Corporate-Brokerage-Team bei der Baader Bank

Noch im Juli hatte sich die Baader Bank bei der Vorlage der Halbjahreszahlen optimistisch gezeigt. Zwar sprach das Institut schon damals von einer leichten Eintrübung der Geschäfte. Allerdings wollte man dies mit einer strategischen Weiterentwicklung und steigenden Handelsvolumina abfedern.

Die Prognosekappung fällt nun in eine Phase, in der die Münchener eigentlich investieren wollten: Erst vor wenigen Monaten hatte die Baader Bank ihr Angebot im Firmenkundengeschäft deutlich ausgebaut. Dafür stockte das Geldhaus auch personell auf: So engagierte das Institut den langjährigen Barclays-Manager Georg Schüttken als neuen Managing Director und Head of Corporate Finance.

Zudem hat die Bank ein Corporate-Brokerage-Team aufgebaut, das Sebastian Holl leitet. Er ist von Oddo Seydler zur Baader Bank gewechselt.

Die Baader Bank zieht es nach China

Die Baader Bank versucht zudem, sich mit Know-how im chinesischen Markt interessant zu machen. Damit das gelingt, haben die Münchener mit der chinesischen Investmentbank BOC Ende September eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie wollen sich bei den Geschäftsaktivitäten in der jeweiligen Region künftig gegenseitig unterstützen. Die Baader Bank will durch die Kooperation vor allem ihre Auswahl an Produkten in der chinesischen Währung Renminbi erweitern.

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