Berenberg

21.01.16
Banking & Berater

Berenberg legt im Firmenkundengeschäft zu

Die Traditionsbank Berenberg überrascht mit einem Rekordergebnis. Vor allem im Geschäft mit Firmenkunden legt die Bank zu – nicht zuletzt wegen einiger prominenter IPOs.

Die Privatbank Berenberg hat im Geschäftsjahr 2015 einen Rekordgewinn eingefahren: Wie die Hamburger gestern bekanntgaben, ist der Jahresüberschuss um 160 Prozent auf 104 Millionen Euro gewachsen, während der Umsatz um fast 40 Prozent auf 423 Millionen Euro gestiegen ist. Das verwaltete Vermögen ist um 11 Prozent auf rund 40 Milliarden Euro angestiegen.

Wie genau sich die Umsätze auf die vier einzelnen Geschäftsfelder verteilt haben, führt Berenberg in der Pressemitteilung nicht aus – ebensowenig wie den Grund für die rasant angestiegene Produktivität der Bank. Was die Bank in ihrer Pressemitteilung aber klar herausgestellt, ist die positive Entwicklung im Investmentbanking: Dort ist der Umsatz um knapp 50 Prozent gewachsen. Bei den anderen drei Geschäftsfeldern – dem klassischen Firmenkundengeschäft mit Unternehmensfinanzierungen, dem Asset Management und dem Privatkundengeschäft – heißt es lediglich, dass die Erträge jeweils „deutlich zweistellig“ gewachsen sind.

Die gute Entwicklung im Investmentbanking verdankt die Bank insbesondere dem florierenden Geschäft mit Börsengängen. Berenberg betreute 2015 insgesamt 27 Transaktionen am Aktienmarkt, darunter den Börsengang des Schweizer Telekombetreibers Sunrise (2,3 Milliarden Schweizer Franken), der Deutschen Pfandbriefbank (1,2 Milliarden Euro), von Sixt Leasing (239 Millionen Euro), sowie Hapag-Lloyd (265 Millionen Euro). Auch die Begleitung von Kapitalerhöhungen wie beispielsweise bei Rocket Internet im Volumen von 589 Millionen Euro hat die Umsätze getrieben. 

Zusammenarbeit mit BayernLB zahlt sich aus

Die Erträge im Aktiengeschäft sind um knapp 60 Prozent gestiegen, was mit der Expansion des Geschäfts in die USA zusammenhängt. „Von unseren über 700 institutionellen Kunden, die regelmäßig mit uns Geschäft machen, sind heute bereits ein Drittel aus den USA. Daher war es logisch, Einheiten in New York, Boston und San Francisco zu eröffnen, um dieses Geschäft auszubauen“, Hendrik Riehmer, persönlich haftender Gesellschafter der Bank.

Berenberg hatte vor rund einem Jahr bekanntgegeben, künftig mit der BayernLB im Bereich Investmentbanking und Finanzierung zusammenarbeiten zu wollen. Berenberg ist Experte im Bereich Aktienmärkte, bei der BayernLB liegt der Fokus hingegen im Geschäft mit Fremdkapital. In welchem Ausmaß diese Zusammenarbeit das Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr getrieben hat, ist zwar nicht bekannt, das Angebot werde von den Kunden stark nachgefragt, heißt es.

Die Privatbank, die kürzlich ihr 425-jähriges Bestehen feierte, versucht seit einigen Jahren sich verstärkt als international aufgestelltes Beratungshaus zu positionieren. Erst kürzlich hatte das Bankhaus von sich Reden gemacht, als er zu seiner Jubiläumsfeier Superstar Robbie Williams für einen 30-minütigen Auftritt nach Hamburg einfliegen ließ.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de