Die US-Bank Morgan Stanley baut ihre Führung im Investmentbanking in Deutschland um.

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03.03.17
Banking & Berater

Chef-Investmentbanker Christian Zorn verlässt Morgan Stanley

Christian Zorn, Deutschlandchef des Investmentbankings von Morgan Stanley, verlässt die Bank. Für die Bank ist der Abgang des erfolgreichen Dealmakers ein Verlust.

Die US-Bank Morgan Stanley baut ihre Führung im Investmentbanking in Deutschland um. Christian Zorn, der das Geschäft bisher alleine leitete, verlässt die Bank, wie FINANCE aus Marktkreisen erfahren hat. Wohin es Zorn zieht, ist nicht bekannt, allerdings wird er nach FINANCE-Informationen nicht zu einem direkten Wettbewerber wechseln. Morgan Stanley wollte die Personalie nicht kommentieren.

Zorn war seit 19 Jahren bei Morgan Stanley in London und Frankfurt tätig, von 2009 an als Co-Head Investment Banking und Head of Financial Institutions für Deutschland und Österreich. Im Juli 2012 rückte der 45-Jährige an die Spitze des Investmentbankings. In seiner Zeit bei der Bank hatte Zorn einige große M&A- und Kapitalmarkttransaktionen betreut, darunter zuerst den IPO der Postbank und anschließend den Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank.

Künftig führen an Zorns Stelle Jens Maurer und Johann von Wersebe das Investmentbanking in Deutschland und Österreich. Der 48-jährige Maurer ist seit rund 18 Jahren bei Morgan Stanley und war zuletzt als Deutschland-M&A-Chef tätig. Johann von Wersebe kam 2007 zur Bank und betreut Familienunternehmen und mittelgroße Banken.

M&A-Boutiquen machen Banken Konkurrenz

Die beiden Neuen an der Spitze treten in große Fußstapfen, denn das M&A-Geschäft der Bank in Deutschland hat sich unter Zorn gut entwickelt. So liegt Morgan Stanley für das Jahr 2016 auf dem vierten Platz der League Tables, in denen der Datenanbieter Dealogic die M&A-Deals um deutsche Zielunternehmen erfasst. Das M&A-Geschäft ist für Banken wichtig, da sie es als Türöffner für weitere Geschäfte betrachten. Zuletzt hat der Wettbewerb sich in dem Segment verschärft, weil immer mehr M&A-Boutiquen auf den Markt drängen.

Mangels anderer Geschäfte wie Kreditvergabe oder Börsengängen haben die Boutiquen im Gegensatz zu Banken keine Interessenskonflikte und sind außerdem günstiger – mit diesem Pitch treten die Boutiquen bei potentiellen Kunden auf. Viele der unabhängigen M&A-Berater haben sich zuletzt zusammengeschlossen, um ihre Position noch weiter auszubauen. Jens Maurer und Johann von Wersebe stehen vor der Herausforderung, die starke Position von Morgan Stanley in diesem Marktumfeld zu verteidigen.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de