Firmenkunden-Chef Stefan Bender kooperiert mit dem Londoner Fintech BCSG und baut ein digitales Portal für die Firmenkunden der Deutschen Bank.

Deutsche Bank

16.03.16
Banking & Berater

Deutsche Bank baut mit Fintech Firmenkundenportal

Ein neues digitales Firmenkundenportal der Deutschen Bank soll Mittelständlern künftig den Alltag erleichtern. Das Projekt ist ein erstes sichtbares Ergebnis der Fintech-Strategie des Hauses.

Die Deutsche Bank bastelt weiter an ihrer Fintech-Strategie, um ihrem Firmenkundengeschäft einen digitalen Touch zu verleihen. Ab sofort können kleine und mittlere Firmenkunden des Hauses das digitale „Deutsche Bank Unternehmerportal“ nutzen. Das Angebot ist Teil der digitalen Strategie der Bank: Bei dem Portal arbeitet Deutschlands größtes Geldhaus eng mit einem Fintech in London zusammen.

Das Portal bietet derzeit vier Anwendungen, die die Geschäftsführer kleiner und mittelständischer Unternehmen bei strategischen und operativen Fragestellungen unterstützen sollen. Die Anwendungen sollen Start-ups und mittelständischen Unternehmen beim Erstellen von Businessplänen unter die Arme greifen und Daten über Wettbewerber transparent machen.

Unter anderem gibt es eine Funktion, die Aufschluss über die Bonität einzelner Unternehmen und deren Zahlungsmoral gibt. Auch Außenhandelsdaten zu 182 Ländern sowie Zollvorschriften und Dokumentenvorlagen sind abrufbar. 

Deutsche Bank: Digitale Plattform passt zur Fintech-Strategie

Ermöglicht wird das neue Portal durch die Kooperation mit dem Londoner Fintech BCSG, das die gesammelten Daten für den deutschen Markt geeignet aufbereitet. Die Deutsche Bank fungiert als Sponsor der Plattform und trifft eine Vorauswahl der Applikationsanbieter. In London unterhält die Deutsche Bank ein Fintechlabor, um an neuen Projekten zu forschen. Das Portal erweitert laut Firmenkundenchef Stefan Bender die Wertschöpfungskette der Bank und sei damit ein gutes Beispiel dafür, wie und warum die Deutsche Bank mit Fintechs kooperiere.

Bereits vor rund einem Monat verriet Bender im Gespräch mit FINANCE, worauf es ihm bei Fintech-Kooperationen ankommt: „Wir können uns sehr gut Zusatzleistungen von Dritten vorstellen, die Unternehmenskunden nutzen können, wenn sie unsere Kunden sind. Zum Beispiel den Zugriff auf Wettbewerbsvergleiche, Bonitätseinschätzungen, Daten über internationale Märkte“, sagte Bender damals.

Das neue Unternehmerportal passt in diese Beschreibung, ist jedoch noch nicht das Ende der Bemühungen, das Firmenkundengeschäft ins digitale Zeitalter voranzubringen. Im Rahmen der Strategie 2020 will die Deutsche Bank im Privat- und Firmenkundengeschäft insgesamt bis zu 650 Millionen Euro investieren, um digitale Dienstleistungen, Informationsangebote und Interaktionsmöglichkeiten für Kunden zu fördern.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

Die Commerzbank nähert sich Fintechs vor allem über einen Inkubator, die Deutsche Bank setzt auf ihre Chief Digital Officer. Wie Deutschlands Banken sich den Finanztechnologien systematisch nähern, erfahren Sie auf der FINANCE-Themenseite zu Fintech-Strategien.