Die Deutsche Bank soll den Bundesverband deutscher Bank bei der Entscheidung beraten, ob sie die HSH in ihren Einlagenfonds aufnimmt.

HSH Nordbank

23.08.18
Banking & Berater

Deutsche Bank mischt bei HSH-Verkauf mit

Der Privatbankenverband BdB ziert sich, die HSH Nordbank in seine Einlagensicherung aufzunehmen. Deutsche-Bank-CEO Christian Sewing bringt das in eine Zwickmühle.

Die Privatisierung der HSH Nordbank wird immer mehr zum Drahtseilakt. Ursprünglich sollte der Verkauf an die Finanzinvestoren Cerberus und JC Flowers Ende Juni über die Bühne gehen. Doch der Bundesverband deutscher Banken (BdB) äußerte Bedenken wegen der Einlagensicherung. Seitdem stockt der ersehnte Verkauf.

Nun soll ausgerechnet die Deutsche Bank den BdB dabei beraten, ob er die  HSH in seine Haftungsgemeinschaft aufnimmt, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Finanzkreise. Das zeigt, wie heikel die Lage mittlerweile ist. Der BdB verfügt schließlich über eine eigene Prüfmannschaft. Man ist also nicht zwingend auf externe Berater angewiesen. Weder die Deutsche Bank noch der Bankenverband wollten den SZ-Bericht kommentieren.

Der Hintergrund zum Engagement der Deutschen Bank: Es ist unklar, ab wann die privatisierte HSH Nordbank den vollen Einlagenschutz der Privatbanken genießen soll. Denn wegen der Privatisierung müssen die Hamburger die Institutssicherung der Sparkassen-Finanzgruppe eigentlich schon nach zwei Jahren verlassen und in die Einlagensicherung des privaten Bankenverbands wechseln.

HSH: Deutsche Bank mit zweifelhafter Rolle

Der BdB hat Anfang Mai allerdings deutlich gemacht, dass er eine Übergangslösung in Form einer doppelten Mitgliedschaft im Sicherungssystem der Sparkassen und der Privatbanken nicht für erstrebenswert hält. Sollte der BdB sich gänzlich weigern, die HSH aufzunehmen, müsste das Hamburger Geldhaus abgewickelt werden.

Das würde die Käufer JC Flowers und Cerberus massiv verärgern, ist es für sie doch eines der prestigeträchtigsten Investments im deutschen Markt. Die Deutsche Bank steht bei der Beratung des BdB nun in einem Interessenkonflikt: Denn Cerberus ist mit 3 Prozent einer der größten Aktionäre der Frankfurter. Es sei daher fraglich, ob die Deutsche Bank die Aufnahme der HSH in den BdB objektiv beurteilen könne, mutmaßt die SZ. Immerhin würde ein Veto den eigenen Großeigner reizen.

Gleichzeitig befindet sich Deutsche-Bank-CEO Christian Sewing in einer Zwickmühle. Müsste die HSH nach der Privatisierung und dem damit verbundenen Einzug in den BdB gerettet werden, könnte der Vorstand des Verbands – zu dem auch Sewing gehört – im schlimmsten Fall auf Schadenersatz verklagt werden. Sewing muss in den kommenden Wochen also die eigenen Interessen sowie die des BdB und seines Großaktionärs genau abwägen.

jakob.eich[at]finance-magazin.de