Helaba, Montage: FINANCE

13.12.19
Banking & Berater

Hans-Dieter Kemler wird neuer Firmenkundenchef der Helaba

Helaba-Firmenkundenvorstand Norbert Schraad geht im Mai 2020 in den Ruhestand. Seine Nachfolge tritt der Kapitalmarktvorstand Hans-Dieter Kemler an. Damit wird das Führungsgremium kurz vor einer möglichen Fusion mit der Deka kleiner.

Die Führung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sortiert sich neu: Im kommenden Jahr werden mit CEO Herbert Hans Grüntker und Firmenkundenchef Norbert Schraad gleich zwei Manager in den Ruhestand gehen. Die beiden 64-Jährigen werden Ende Mai 2020 „mit Erreichen der Altersgrenze“ aus dem Vorstand ausscheiden, wie die Landesbank am Freitagnachmittag mitteilte.

Die Nachfolge hat die Helaba intern geregelt: Der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende Thomas Groß übernimmt im kommenden Juni die Leitung der Bank. Für das Firmenkundengeschäft der Landesbank wird künftig der bisherige Kapitalmarktchef, Hans-Dieter Kemler, zuständig sein. Der 51-Jährige werde nach dem Ausscheiden das neue Dezernat Corporates & Markets leiten, teilte die Helaba mit. Damit sinkt die Zahl der Vorstände künftig von sieben auf fünf Mitglieder.

Das Arbeitsportfolio von Helaba-Vorstand Kemler wächst

Kemler ist seit Mai 2017 im Vorstand der Helaba. Bisher ist er dort für das Kapitalmarktgeschäft, das Geschäft mit institutionellen Kunden sowie das Banken- und Auslandsgeschäft zuständig. Zudem kümmert sich der gebürtige Münsteraner um das Sparkassenkreditgeschäft und den Verbundservice sowie die Landesbausparkasse Hessen-Thüringen (LBS).

Künftig kommt zu diesem Portfolio das bisherige Aufgabengebiet von Schraad hinzu. Er ist als Firmenkundenchef für den Bereich Corporate Finance sowie die Betreuung von Großunternehmen, Mittelständlern und die öffentliche Hand zuständig. Auch das internationale Geschäft in London und New York liegt in seinem Verantwortungsbereich.

Schraad ist seit 2006 Firmenkundenvorstand der Helaba

Mit Schraad verliert die Landesbank ein echtes Urgestein: Der Diplom-Ingenieur und promovierte Wirtschaftswissenschaftler ist seit 1993 für die Helaba tätig und seit Mai 2006 Mitglied des Vorstandes. Bevor Schraad zur Helaba kam, war er sieben Jahre für die Deutsche Bank tätig – zuletzt als Leiter Corporate Finance.

Sein Nachfolger als Firmenkundenchef ist dagegen erst seit zweieinhalb Jahren bei der Helaba: Hans-Dieter Kemler war von 1998 bis 2017 in verschiedenen Funktionen bei der Commerzbank tätig – zunächst hatte er sich dort auf Beratung von Unternehmen, Banken und Fonds im Umgang mit Zinsrisiken fokussiert. Zuletzt war er stellvertretender Chef der polnischen M-Bank, für die die Frankfurter derzeit einen Käufer suchen. Zu Beginn seiner Karriere war Kemler als Händler bei Sal. Oppenheim und der Dresdner Bank tätig.

Dekabank und Helaba sprechen ab Januar über Fusion

Die Verkleinerung des Vorstands und der Neuzuschnitt der Ressorts könnte allerdings schon bald wieder obsolet sein. Denn sollte es zu einer Fusion mit der Dekabank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen, kommen, dann dürften die Karten noch einmal neu gemischt werden.

Ob es tatsächlich zu einer Fusion kommt, ist zwar noch unklar. Doch die Sondierungsgespräche sollen bald beginnen. Wie die Helaba ebenfalls am Freitagnachmittag mitteilte, hätten die „Trägerversammlung und der Verwaltungsrat den Vorstand der Helaba beauftragt“, mit Vertretern der Dekabank zu erörtern, „wie die Stärken beider Häuser in ein leistungsfähiges Zentralinstitut der Sparkassen-Finanzgruppe mit einem integrierten Geschäftsmodell zusammengeführt werden können“. Der Beginn der Gespräche sei für Januar 2020 geplant, wie es weiter hieß.

DSGV will Konsolidierung im Sparkassensektor

Der Verwaltungsrat der Deka hatte den dortigen Vorstand bereits vor einer Woche damit beauftragt, im Januar Gespräche über eine „vertiefte Zusammenarbeit“ mit der Helaba aufzunehmen. Die Deka gehört derzeit zu 100 Prozent den Sparkassen, bei der Helaba sind neben den Sparkassen auch das Land Hessen (8,1 Prozent) und der Freistaat Thüringen (4,05 Prozent) als Eigentümer beteiligt.

Eine Fusion der beiden Häuser steht seit Oktober im Raum. Damals hatte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) die Gespräche angeleiert. Ein Zusammenschluss könnte der Startschuss für eine umfassende Konsolidierung der Spitzeninstitute im Sparkassen-Sektor sein. Dafür setzt sich DSGV-Präsident Helmut Schleweis seit über einem Jahr mit Nachdruck ein.

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