03.07.13
Banking & Berater

Harris Williams setzt auf Geschäft mit PE-Investoren

Das Geschäft mit PE-Investoren soll in Deutschland ein Beratungsschwerpunkt von Harris Williams werden. Während andere Häuser unter der Flaute am M&A-Markt leiden, will die US-Bank, die sich auf die Begleitung von M&A-Deals im Midmarket-Segment spezialisiert hat, ihr Team im neu gegründeten Frankfurter Büro sukzessive aufbauen.

Die US-Bank Harris Williams ist im deutschen M&A-Markt noch wenig präsent. In den  USA dagegen ist sie besonders in der Beratung von M&A-Deals mit PE-Investoren ein bekannter Name. Seit 1991 ist das Haus dort im Midmarket-Segment aktiv und betreute nach eigenen Angaben 2012 insgesamt 75 M&A-Deals. In Europa ist Harris Williams erst seit wenigen Jahren unter eigenem Namen aktiv. Bis 2009 kooperierte die US-Bank in Europa mit Close Brothers. Nach der Übernahme von Close Brothers durch Daiwa aber eröffnete Harris Williams das erste eigene Büro in London. Jetzt kommt Frankfurt als zweiter europäischer Standort hinzu.

Zunächst werden fünf Professionals in Frankfurt arbeiten, in den kommenden Jahren soll der Standort aber deutlich wachsen: „Unser Ziel ist es, das Team in den kommenden drei bis fünf Jahren auf etwa 15 Professionals auszubauen“, sagt Jeffery Perkins, der die Frankfurter Niederlassung leitet. Perkins wechselt von Daiwa Corporate Advisory, dem neuen Eigentümer von Close Brothers, zu Harris Williams. Er kennt das europäische M&A-Geschäft ebenso wie seinen neuen Arbeitgeber durch die langjährige Kooperation der beiden Häuser. Die Mitarbeiter der neu gegründeten Frankfurter Niederlassung haben bereits in der Vergangenheit zusammen gearbeitet. „Alle Harris-Williams-Mitarbeiter in Frankfurt arbeiten bereits mehr als drei Jahren im Team. Zudem haben wir für den ständigen Austausch immer einen Kollegen aus den USA hier in Frankfurt“, sagt Perkins.

Fokus auf M&A-Deals mit PE-Investoren

Zwar klagen viele M&A-Berater derzeit über eine Flaute am M&A-Markt, doch Perkins gibt sich zuversichtlich. „Der M&A-Markt wird in der zweiten Jahreshälfte 2013 wieder anziehen, viele PE-Investoren müssen Exits vorweisen“, sagt er. Und in der Beratung von PE-Investoren sieht die US-Bank ihre große Stärke. Zwei Drittel der begleiteten M&A-Deals entfallen auf PE-Investoren, hinzu kommen Mandate für Familienunternehmen und Konzerne. Diese Verteilung erwartet Perkins auch für das Deutschlandgeschäft von Harris Williams. Die Bank konzentriert sich in Deutschland in der Regel auf Unternehmen aus dem Mittelstand mit einer recht weit gefassten Spanne von 50 bis 750 Millionen Euro Umsatz. Die Bank ist zuversichtlich, bereits in der Anfangsphase für Projekte mandatiert zu werden: „Rund zwei Drittel unserer Arbeit entfallen auf Folgemandate bestehender Kunden“, sagt Perkins.

Einen Schwerpunkt will Perkins auf grenzüberschreitende M&A-Deals setzen. Insbesondere in der Beratung von amerikanischen Käufern bei der Suche nach europäischen Targets rechnet die Bank sich Chancen aus: „Wenn Kaufinteressenten aus den USA nach Europa blicken, identifizieren sie Deutschland meist als den interessantesten Markt“, beobachtet Perkins. „Gerade im Mittelstand gibt es viele Firmen, die in ihrem Bereich Weltmarkt- oder Technologieführer sind. Zudem ist die deutsche Wirtschaft robust, das suchen Käufer.“ Besonders interessant seien die Bereiche Industrie, darunter vor allem Unternehmen im Maschinenbau und Ingenieurwesen, Konsumgüter und Technologie. Das Frankfurter Büro soll aber nicht nur die Kollegen in den USA und Großbritannien unterstützen, wenn diese auf der Suche nach deutschen Targets sind, sondern auch umgekehrt deutschen Verkäufern Kontakte in die USA vermitteln. Harris Williams ist dabei zurückhaltend, was Marketing und externe Kommunikation angeht. Die Bank setzt auf wiederkehrende Kunden und auf Mundpropaganda innerhalb der Branche. Zunächst setzt sich das Frankfurter Büro bescheidene Ziele. Drei bis vier M&A-Deals soll das Team pro Jahr abwickeln. Wenn die anvisierte Mannstärke von 15 Kollegen erreicht ist, sollen es bis zu zehn M&A-Deals jährlich sein.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de