Ulrich Gericke verantwortet künftig den Bereich Markets and Securities Services bei der HSBC Deutschland.

HSBC

29.04.21
Banking & Berater

HSBC befördert Banker Ulrich Gericke

Die HSBC Deutschland befördert Ulrich Gericke zum Bereichsvorstand Markets and Securities Services. Damit übernimmt er Aufgaben der scheidenden Vorständin Carola von Schmettow – und die HSBC delegiert Aufgaben erneut eine Ebene nach unten.

Mitte März kündigte die HSBC-Vorstandsvorsitzende Carola von Schmettow ihren Abschied an, für sie übernimmt in wenigen Tagen Firmenkundenchef Nicolo Salsano. Der Banker übernimmt allerdings nicht alle ihre Aufgaben: Die Verantwortung für den Bereich Markets and Securities Services trägt ab dem 1. Mai Ulrich Gericke. Der 51-Jährige wird sich als Bereichsvorstand um das Ressort kümmern.

In dem Ressort fasst die HSBC ein Potpourri an Leistungen für Firmenkunden zusammen: Dazu zählen das Eigenkapital- und Devisengeschäft (Equity, FX & Rates), die Wertpapierverwahrung (Custody) und der Vertrieb bei institutionellen und Firmenkunden (Institutional und Corporates Sales). Ebenfalls Teil des Bereichs ist das Zertifikategeschäft (Equity Derivatives) sowie die Kapitalverwaltungsgesellschaft Inka.

Das Markets-Geschäft hatte Carola von Schmettow mitaufgebaut. Beide Bereiche – Markets und Securities Services – haben in den vergangenen Jahren „stetig Marktanteile gewonnen und erheblich zur Profitabilität der Bank beigetragen“, betonte Aufsichtsratschef Paul Hagen im Zusammenhang mit von Schmettows Weggang. Gericke tritt in große Fußstapfen und muss ihren Kurs nun weiterführen.

Ulrich Gericke arbeitete bei UBS und J.P. Morgan

Ulrich Gericke kennt die britische Großbank sehr gut: Bislang war der 51-Jährige für den Geschäftsbereich Institutional Banking verantwortlich. Diese Funktion wird er auch nach seiner Beförderung zum Bereichsvorstand weiterhin innehaben, und in dieser an Nicolo Salsano berichten.

„Wir freuen uns sehr, mit Ulrich Gericke einen ausgewiesenen Marktexperten in den Vorstand berufen zu können, der neben exzellenten Fachkenntnissen auch ein hervorragendes Netzwerk im deutschen Markt hat“, lässt sich der künftige CEO Salsano zitieren. Gericke werde das nationale und internationale Wachstum der HSBC-Kunden in Deutschland und Österreich weiter vorantreiben.

Gericke war seinem Profil bei dem Karrierenetzwerk „Linkedin“ zufolge seit fast zehn Jahren bei der HSBC tätig. Zu seinen vorherigen Stationen zählen Positionen bei der UBS sowie bei J.P. Morgan. Bei beiden Banken war Gericke rund zwei Jahre tätig. Zuvor arbeitete er sechs Jahre lang bei dem Versicherungskonzern Axa. Seine Karriere startete Gericke im Risikomanagement der Allianz. Laut der HSBC hat Gericke mehrere Jahre Erfahrung im Bereich Global Markets und Corporate Finance sammeln können.

Großes Stühlerücken bei der HSBC Deutschland

Mit der Berufung von Gericke zum Bereichsvorstand sind die Ressorts Global Banking und Markets laut HSBC erstmalig in einem Vorstandsressort vereint. Allerdings: Zuvor war das Markets- und Securities-Geschäft direkt im Vorstand angesiedelt, nun sind die Aufgaben lediglich einem Bereichsvorstand zugeordnet, also eine Ebene darunter.

Diese Personalpolitik der HSBC – Aufgaben werden nicht eins zu eins nachbesetzt, sondern umverteilt oder eine Ebene nach unten delegiert – deutete sich schon in den vergangenen Monaten an. Der Weggang von Carola von Schmettow ist ein gutes Beispiel für diese Vorgehensweise: Ihre Aufgaben haben nun Nicolo Salsano und Ulrich Gericke übernommen – also ein Vorstandskollege und ein unter ihm angesiedelter Bereichsvorstand, und somit kein neuer Banker, der einzig für diese Aufgaben zuständig ist.

Ähnlich war die HSBC auch beim Weggang von Kapitalmarktchef Jan Willmanns im Frühjahr 2020 vorgegangen. Damals hatte sie seine Aufgaben umverteilt und COO Thomas Runge vom Bereichsvorstand in den Vorstand gehoben.

Die HSBC hatte in den vergangenen Monaten bereits mehrere Abgänge zu verzeichnen. Bereichsvorstand Christian Kolb geht in den Ruhestand, für ihn hat die Bank mit dem Ex-Deutschbanker Michael Schleef einen Nachfolger gefunden. Seit Anfang März verantwortet zudem das Vorstandsmitglied Nikolas Speer die Bereiche Risikomanagement und Compliance, er folgte auf Fredun Mazaheri.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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