Als Director im Londoner Investmentbanking von JP Morgan lassen sich die höchsten Gehälter erzielen.

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04.11.14
Banking & Berater

Investmentbanking: JP Morgan zahlt am besten

Die Mitarbeiter im Investmentbanking von JP Morgan zählen zu den bestbezahlten Köpfen der Londoner City. Auf Platz zwei folgt die Deutsche Bank, die damit zumindest in London einige US-Banken hinter sich lässt.

Bei welcher Bank verdient man am meisten? Im Rennen um Fixgehälter und Boni liegen die Banker von JP Morgan vorn: Ein Director im Londoner Investmentbanking bringt es durchschnittlich auf 461.000 Pfund im Jahr (rund 590.000 Euro), ergab eine Auswertung der Gehaltsvergleichsseite Emolument.com. Für die Erhebung wurden die Gehalts- und Bonusangaben für 2013/14 von 640 Mitarbeitern auf Director-Position in den Bereichen Trading, Sales und Research ausgewertet.

Unter den europäischen Banken zahlt die Deutsche Bank am Finanzplatz London am besten, ein Director verdient durchschnittlich 402.000 Pfund jährlich. Für das Institut ist dies jedoch keine einfache Situation: Investmentbanken mit Hauptsitz auf dem europäischen Kontinent stehen vor dem grundsätzlichen Problem, dass die Gehälter im Heimatmarkt deutlich niedriger sind als die Gehälter, die im Londoner Investmentbanking mit seiner aggressiveren Gehaltsstruktur gezahlt werden, sagt Robert Benson, CEO bei Emolument.com. Die Top Fünf der Banken in London, die durchschnittlich am meisten zahlen, komplettieren die Bank of America Merrill Lynch (376.000 Pfund), die UBS (360.000 Pfund) und die Citigroup (359.000 Pfund).

Commerzbank auf dem vorletzten Rang

Die Deutsche Bank setzt dabei insbesondere auf Bonuszahlungen, um die Mitarbeiter auf ein hohes Niveau zu hieven: Während das Fixgehalt mit durchschnittlich 162.000 Pfund eher im Durchschnitt des Investmentbanking anzusiedeln ist, können sich die Mitarbeiter über Boni im Schnitt bis zu 240.000 Pfund hinzu verdienen. Zuletzt hatten einige europäische Banken überlegt, in Schlüsselpositionen die Fixgehälter zu erhöhen, um auf neue EU-Vergütungsvorschriften zu reagieren. Für sogenannte Risikoträger dürfen die Bonuszahlungen das Fixgehalt künftig in der Regel nicht mehr überschreiten. Die meisten dieser Risikoträger dürften allerdings oberhalb des Director-Levels angesiedelt sein.

Auf die Gehaltsbremse getreten ist der Studie zufolge hingegen das Investmentbanking von Goldman Sachs. Die US-Bank, einst als stark auftretender Marktteilnehmer bekannt, liegt der Erhebung zufolge mit einer Durchschnittsvergütung von 330.000 Pfund für ihre Directors nur auf Platz neun und damit im Mittelfeld der 19 erhobenen Institute. Auf Ebene eines Managing Directors zeige sich Goldman aber deutlich aggressiver, schreiben die Studienautoren.

Weit abgeschlagen sind dem Ranking zufolge die Mitarbeiter der Commerzbank. Auf Director-Level lassen sich dort in London durchschnittlich inklusive Boni 212.000 Pfund verdienen, das ergab den 18. Platz unter den 19 untersuchten Instituten. Das Schlusslicht bildet Natixis mit einem durchschnittlichen Verdienst von 175.000 Pfund.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de