Lässt Düsseldorf, Frankfurt und London hinter sich: Marcus Schenck's neuer Lebensmittelpunkt ist München.

Deutsche Bank / Mario Andreya

14.10.19
Banking & Berater

Marcus Schenck bringt Perella Weinberg nach Deutschland

Die Investmentbank Perella Weinberg eröffnet ihr erstes Deutschlandbüro. Der bekannte Investmentbanker Marcus Schenck zieht dafür von Düsseldorf nach München und soll dort ein schlagfertiges Team für die US-Amerikaner aufbauen.

Marcus Schenck ist zurück in Deutschland. Der bekannte Investmentbanker soll für die Investmentbank Perella Weinberg in München das erste Deutschlandbüro aufbauen. Bisher betreuten die US-Amerikaner ihre Transaktionen in Deutschland von London aus. Zuletzt berieten sie unter anderem bei der Fusion zwischen Linde und Praxair. 

Schenck arbeitet seit Februar für Perella Weinberg und pendelte bisher regelmäßig zwischen seinem Privatsitz Düsseldorf und dem Dienstsitz London, wie er gegenüber der F.A.S. erklärte. Im Sommer sei er mitsamt seiner Familie  nach München gezogen. In der Münchener Niederlassung will Perella Weinberg künftig zehn bis 15 Mitarbeiter beschäftigen. Deutschland sei neben Großbritannien und Frankreich einer der drei wichtigsten europäischen Märkte für die Investmentbank, so Schenck.

Die Wahl auf München begründet der Banker mit dem größeren Kundenpotential. In der bayerischen Landeshauptstadt seien einige Dax-Konzerne angesiedelt, zudem schließe die dortige Start-up-Szene immer stärker zu der in Berlin auf, so Schenck. 

Schenck arbeitete für Deutsche Bank und Goldman Sachs

Schencks beruflicher Mittelpunkt lag zuvor in Frankfurt. Dort arbeitete er gut drei Jahre für die Deutsche Bank, zunächst als CFO und Nachfolger von Stefan Krause, später dann als Chef der Corporate & Investmentbank. 

Zusammen mit Christian Sewing war er zudem Stellvertreter des damaligen CEOs John Cryan. Im Mai vergangenen Jahres kehrte Schenck der Deutschen Bank dann aber den Rücken, dem Vernehmen nach, weil Sewing zum CEO befördert wurde – ein Posten, für den Schenck selbst Ambitionen nachgesagt wurden.

Bevor Schenck zur Deutschen Bank stieß, arbeitete er in Deutschland für die US-Investmentbank Goldman Sachs. Davor war er sieben Jahre lang als Finanzchef für die Finanzen des Energiekonzerns E.on verantwortlich. Seine Karriere begann Schenck bei der Unternehmensberatung McKinsey.

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Dr. Marcus Schenck, Deutsche Bank AG

Marcus Schenck beginnt seine Karriere 1991 bei der Unternehmensberatung McKinsey an den Standorten Düsseldorf und Frankfurt am Main. Im Februar 1997 wechselt er dann als Projektleiter und Partner zur deutschen Niederlassung der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs.

Seine erste CFO-Erfahrung sammelt Schenk zwischen Dezember 2006 und September 2013 als Finanzchef beim deutschen Energieriesen E.on in Düsseldorf. Über einen erneuten Abstecher zu Goldman Sachs International in London gelangt Schenck im Januar 2015 zur Deutschen Bank, wo er als Finanzchef die Nachfolge von Stefan Krause antritt.

Im Frühjahr 2017 übernimmt er die Leitung des globalen Kapitalmarktgeschäfts und wird gleichzeitig stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Den Posten des Finanzvorstands gibt Schenck ab. Im April 2018 gibt die Deutsche Bank bekannt, dass Schenck gemeinsam mit Vorstandschef John Cryan die Deutsche Bank verlassen wird. Im November wird bekannt, dass er ab Februar 2019 als Partner bei der Londoner Investmentbank Perella Weinberg anheuert.

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Auch Warburg Pincus kommt nach Deutschland zurück

Neben der US-Investmentbank Perella Weinberg kündigte jüngst ein weiterer großer US-Finanzinvestor zuletzt seine Rückkehr nach Deutschland an: Warburg Pincus wagt den dritten Anlauf und hat im Juni ein Büro in Berlin eröffnet. Die vorherigen Anläufe in München und Frankfurt waren nicht von Erfolg gekrönt. 

Wie Perella Weinberg betreute auch Warburg Pincus bis vor Kurzem Transaktionen in Deutschland von London aus. Zuletzt machte Warburg hierzulande mit dem Exit beim deutschen Glasfaserausrüster Inexio auf sich aufmerksam.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de