HSH Nordbank

30.11.17
Banking & Berater

Neuer Favorit im Bieterrennen um HSH Nordbank

Der Verkauf der angeschlagenen HSH Nordbank befindet sich auf der Zielgeraden. Als Favorit hat sich jetzt offenbar der bisher eher unbekannten Investor Socrates Capital herauskristallisiert.

Die Verhandlungen über eine mögliche Übernahme der angeschlagenen HSH Nordbank nehmen Fahrt auf. FINANCE-Informationen zufolge haben nach wie vor die beiden Bieterkonsortien um die Finanzinvestoren Apollo sowie Cerberus und Christopher Flowers die Nase vorn. Dem bisher in Deutschland eher unbekannte Investor Socrates Capital werden aber zunehmend größer werdende Chancen eingeräumt, die beiden Branchengrößen beim Bieten um die HSH Nordbank auszustechen. Weder die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg noch die HSH Nordbank wollten die Sachlage auf eine FINANCE-Anfrage kommentieren. Als erstes hatte die Nachrichtenagentur Reuters über die Interessenten berichtet.

Ende Oktober hatte die HSH Nordbank das Bieterverfahren mit einigen verbindlichen Angeboten abgeschlossen. Die Namen der Interessenten wurden nicht kommuniziert, in Medien wurde jedoch vermutet, dass es sich dabei ausschließlich um Finanzinvestoren handelt. Bereits damals fielen in den Berichten die Namen Christopher Flowers, Apollo und Cerberus, aber auch Lone Star. Lone Star ist nun aber offenbar nicht mehr im Rennen. Erwähnt wurde damals außerdem ein unbekannter Investor aus Großbritannien. Dies könnte nun die Londoner Socrates Capital sein.

Wer ist der HSH-Interessent Socrates Capital?

Über Socrates ist wenig bekannt. Der Finanzinvestor, der von Edwin Ball geleitet wird, beschreibt sich selbst als einen „alternativen Fondsmanager“, der auf Private-Equity-Investitionen und Venture Capital spezialisiert ist.

FINANCE-Informationen zufolge spielt die „Transaktionsfähigkeit“ der Bieter eine entscheidende Rolle bei den Verhandlungen. Im Kern geht es um die Frage, welcher Investor am ehesten in der Lage ist, die Übernahme auch tatsächlich zu stemmen. Unter diesem Gesichtspunkt seien Apollo und das Konsortium bestehend aus Cerberus und Christopher Flowers die realistischsten Kaufkandidaten, so eine mit der Sachlage vertraute Person.

Reuters zufolge hat sich hingegen Socrates als Favorit unter den Bietern herauskristallisiert. Die Nachrichtenagentur berichtet außerdem, dass die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein bereits den Eintritt in konkrete Vertragsverhandlungen prüfen würden. Inwiefern dies tatsächlich der Fall ist, wurde von offizieller Seite nicht kommentiert.

Zahlen der HSH Nordbank entwickeln sich positiv

Während der Bieterprozess um die HSH in vollem Gange ist, entwickeln sich die Geschäftszahlen des Geldinstituts weiter positiv. Der Gewinn vor Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahr von 183 Millionen Euro auf 201 Millionen Euro, wenngleich stark getrieben durch die Realisierung stiller Reserven im Schuldscheinportfolio der Landesbank.

Außerdem konnte die HSH ihre Altlasten in der Abbaubank stark senken. Das Volumen der dort angesiedelten Kredite sank gegenüber Vorjahr von 13,6 auf 8,2 Milliarden Euro. Jahresziel der Bank ist ein weiterer Rückgang auf 7,5 Milliarden Euro.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de