Operationelle Risiken sind für Banken schwer zu bewerten. Doch der Aufwand lohnt sich, da er laut Bain die Gewinnmargen der Banken erhöhen kann.

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28.08.18
Banking & Berater

Operationelle Risiken kosten Banken 210 Milliarden Dollar

Nach der Finanzkrise haben Banken ihre finanziellen Risiken inzwischen ganz gut im Griff, sagt die Unternehmensberatung Bain. Das gilt aber nicht für die operationellen Risiken, die immer noch Milliardenschäden verursachen.

210 Milliarden Dollar: Das ist der finanzielle Schaden, der großen Banken weltweit zwischen den Jahren 2011 und 2016 aus operativen Risiken entstanden ist. Das sagt zumindest eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Bain, die das Risikomanagement der großen Banken genauer unter die Lupe genommen hat.

Operationelle Risiken für Banken entstehen in erster Linie durch Fehler in ihren Systemen, durch Fehlverhalten von Mitarbeitern oder durch externe Einflüsse. „Fehler im operationellen Risikomanagement verursachen nicht nur finanzielle Verluste, Rechtskosten und zum Teil Strafzahlungen, sondern schädigen auch nachhaltig die Reputation und gefährden im Extremfall die Existenz einer Bank“, sagt Bain-Partner Jan-Alexander Huber.

Operationelle Risiken sind für Banken schwer zu bewerten

Während die Banken laut Bain über ausgereifte Systeme die drei großen Risikogruppen bestehend aus dem Ausfall-, Markt- und Liquiditätsrisiko schon ganz gut im Griff hätten, täten sie sich bei der Steuerung der vierten Risikogruppe, den operationellen Risiken, noch deutlich schwer. Diese sind deutlich schwerer zu messen und zu überwachen. Wie quantifiziert man die Wahrscheinlichkeit für menschliches Versagen? Oder das Risiko für IT-Fehler?

Das ist schwer, aber Bain ermutigt die Banken dennoch, sich stärker mit ihren operationellen Risiken auseinanderzusetzen. Würde die OpRisk-Ratio – die Verluste aus operationellen Risiken im Verhältnis zu den Bruttoerträgen – beispielsweise um 20 Prozent sinken, könnte dies die Gewinnmarge um 32 Basispunkte steigern, rechnet Bain vor.

Digitalisierung hilft Banken beim OpRisk-Management

Die Digitalisierung kommt den Banken hier entgegen, da sie das menschliche Risiko bei Prozessen immer stärker eliminieren kann. Durch agilere Arbeitsmethoden innerhalb der Bank seien Banken zudem in der Lage, schneller auf Missstände zu reagieren.

Wundermittel sind Digitalisierung und Agilität freilich nicht. Zwar wird das menschliche Risiko durch digitale Prozesse reduziert. Dafür holen sich die Banken im Gegenzug mehr Cyber-Risiken ins Haus.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de