Die Regulierungsexpertin Sylvie Matherat wechselt im August von der Banque de France zur Deutschen Bank.

Deutsche Bank

18.06.14
Banking & Berater

Regulierung: Deutsche Bank rüstet mit Sylvie Matherat auf

Sylvie Matherat wechselt von der französischen Zentralbank zur Deutschen Bank. Matherat wird nicht nur die erste Frau im obersten Führungsgremium der Deutschen Bank – sondern findet als Nachfolgerin des umstrittenen Compliance-Chefs Andrew Procter auch eine Reihe von Baustellen vor.

Sylvie Matherat wird bei der Deutschen Bank ab dem 1. August Global Head of Government & Regulatory Affairs. In dieser Funktion wird die 52-Jährige die Einhaltung regulatorischer Vorgaben sowie die Beziehung zu den Aufsichtsbehörden überwachen. Zudem zieht die Französin als in das oberste Führungsgremium der Bank ein, das Group Executive Committee (GEC).

Mit der Ernennung von Matherat, die zuletzt bei der französischen Notenbank für die Finanzmarktstabilität verantwortlich war, hofft das Führungsduo Jürgen Fitschen und Anshu Jain, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Zum einen wird Matherat die erste weibliche Vertreterin im GEC – zum anderen übernimmt sie auf ihrem neuen Posten einen Teil der Aufgaben des im Frühjahr ausgeschiedenen Compliance-Chefs Andrew Procter und tritt damit nach den zahlreichen Affären in Deutschlands größter Bank ein schweres Erbe an.

„Die Ernennung von Sylvie Matherat unterstreicht unser Engagement bei der weiteren Verbesserung unseres Kontrollumfelds und beim Austausch mit den Aufsichtsbehörden weltweit“, betonen Fitschen und Jain in einem offiziellen Statement.

Früherer Compliance-Chef Procter war im Visier der BaFin

Andrew Procter, der bei der Deutschen Bank das Amt des Head of Compliance and Government & Regulatory Affairs bekleidet hatte, war im März nach fast sieben Jahren als weltweiter Compliance-Chef in eine Londoner Anwaltskanzlei gewechselt. Seinem Abschied vorausgegangen waren einige Kontroversen um seine Person: Procter war im vergangenen Jahr in das Visier der BaFin geraten. Die Aufsichtsbehörde hatte kritisiert, dass er keine personellen Konsequenzen aus der Libor-Affäre gezogen hatte. Einen Zusammenhang zwischen den Vorwürfen und dem Ausstieg Procters hatte die Bank allerdings zurückgewiesen.

Matherat wird in ihrer neuen Funktion direkt an Rechtsvorstand Stephan Leithner berichten, der ebenfalls im Zusammenhang mit der „Kirch“-Affäre in den Visier der Behörden geraten ist.

Die 52-jährige Bankerin startete ihre Karriere 1986 bei der französischen Notenbank Banque de France. Nach verschiedenen Führungsaufgaben bei der französischen Finanzaufsicht wurde sie 2007 Director for Financial Stability, 2011 folgte die Ernennung zum Deputy Director General of Operations.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de