Die Targobank will ihr Privat- und Firmenkundengeschäft fusionieren. Was genau das für den Targo CF-Chef Joachim Secker bedeutet, ist noch unklar.

Targobank

26.03.18
Banking & Berater

Targobank fusioniert Privat- und Firmenkundengeschäft

FINANCE-Informationen zufolge will die Targobank ihr Firmenkundengeschäft mit dem Privatkundengeschäft zusammenlegen. Firmenkundenchef und Factoringspezialist Joachim Secker könnte sich im Zuge des Umbaus schon früher als geplant zurückziehen.

Bei der Targobank steht ein Umbau an: Das Finanzinstitut will die Targobank AG mit der Targo Commercial Finance AG (Targo CF) verschmelzen, wie FINANCE exklusiv erfahren hat. Damit werden das Privat- und Firmenkundengeschäft fusioniert. Die Bank hat diese Information bestätigt. Die Zusammenlegung soll bis Sommer erfolgen. Unter der Marke Targo Commercial Finance bündelt die Bank ihr Leasing- und Factoring-Geschäft, was auch weiterhin so bleiben soll.

Die Targobank hatte Targo CF im vergangenen Jahr komplett übernommen. Bis zum Sommer 2016 gehörten das Factoring-Geschäft sowie die Schwestergesellschaft Targo Leasing zu GE Capital Deutschland. Der US-Konzern verkaufte die beiden Sparten an die französische Targo-Mutter Crédit Mutuel und das Flottenleasinggeschäft an eine Tochter der BNP Paribas. 

Neue Rolle von Joachim Secker noch unklar

Mit der Zusammenlegung verfolgt die Targobank das Ziel, künftig nur noch eine Gesellschaft mit Vollbanklizenz zu führen, wie Joachim Secker, Chef von Targo CF, gegenüber FINANCE erklärte: „Im Rahmen ihres Wachstums möchte die Targobank sich so schlank wie möglich aufstellen, um den Verwaltungsaufwand und die Kosten zu minimieren. Für unsere Firmenkunden ändert sich nichts.“ Secker zufolge blieben sowohl die Marke Targo CF als auch der Standort Mainz erhalten. Auch die Mitarbeiterzahl soll nicht reduziert werden.

Wie sich Zuständigkeiten auf Vorstandsebene ändern werden, ist derzeit noch in der Klärung.  Dies betrifft auch die Rolle von Joachim Secker, dessen Vertrag eigentlich noch bis Ende Januar 2019 läuft. Danach wollte Secker, das Aushängeschild der deutschen Factoring-Branche und schon seit 1999 Chef von Targo Commercial Finance beziehungsweise der Vorgängergesellschaften, in den Ruhestand gehen. Ob er diesen Schritt nun vorzieht oder der Targobank in anderer Funktion bis zum Ende seiner Vertragslaufzeit zur Verfügung stehen wird, ist nach seiner Aussage noch offen.

Targo Commercial Finance wächst stark

Die Targobank integriert eine Firmenkundensparte, die sich zuletzt nach einer kurzen Schwächephase wieder gut entwickelt hat. Im vergangenen Jahr stieg das Factoring-Volumen der Targo Commercial Finance um fast 6 Prozent auf 47,5 Milliarden Euro. Damit kehrt Targo CF auf den Wachstumspfad zurück, 2016 hatte die Bank noch einen Volumenrückgang von 3,6 Prozent verzeichnet. Auch beim Zinsergebnis ist es Targo CF gelungen, den Negativtrend des Vorjahres zu beenden. 2017 lag es bei rund 84 Millionen Euro, von 2015 auf 2016 hatte es noch fast 11 auf 78 Millionen Euro eingebüßt.

Es gab allerdings auch einen Dämpfer: Targo CF verlor 2017 einen großen Kunden, der allein fast 4 Milliarden Euro über Factoring finanziert hatte. Doch das insgesamt starke Neugeschäft konnte diesen Wegfall kompensieren.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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