09.02.12
Banking & Berater

Transaction Banking wieder attraktiv

Das global transaction banking (GTB) galt lange Zeit nicht gerade als attraktivste Sparte im Bankwesen. Doch das änderte sich in der Bankenkrise.

Im Gegensatz zum Investment Banking bindet GTB weniger Kapital und ist weniger riskant – das macht es zunehmend attraktiv für Banken. „Transaction Banking bietet hohe und konstante Margen zu einem niedrigen Risiko“, sagt Dr. Olaf Wandhöfer, Partner der Beratungsfirma Bain & Company. „Der Wettbewerb nimmt zu. Die gute Nachricht für Treasurer: Dies wird zu fallenden Preisen führen.“

Einer Einschätzung von Bain zufolge haben Banken 2010 weltweit rund 160 Milliarden Euro mit Cash Management, Handelsfinanzierung und Verwahrgeschäft verdient. Und nicht nur Banken konkurrieren um das Geschäft: Softwareentwickler wie SAP und Oracle integrieren Treasury-Funktionen in ihre Pakete und auch das Logistikunternehmen UPS drängt mit Angeboten zur Supply-Chain-Finanzierung auf den Markt.

Im GTB gelten Citigroup, J.P. Morgan, Deutsche Bank, HSBC and Standard Chartered als „Big Five“. Doch auch für regionale Spieler sieht Wandhöfer Möglichkeiten, ihr Geschäft auszuweiten. „Sie sollten sich auf die Bereiche und Regionen konzentrieren, die sie besonders gut kennen und in denen sie ihre Stärken haben. Diese ‚local heroes‘ können ihren Kunden spezialisiertere Produkte und Dienstleistungen anbieten als globale Anbieter.“ Dies könnte etwa der Fall sein für die SEB in Skandinavien, die UniCredit in Italien und Osteuropa und die Commerzbank in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Wenn Treasurer eine Cash-Management-Umgebung gefunden haben, die gut funktioniert und zu ihnen passt, dann brauchen konkurrierende Banken ein gutes Argument, um den Treasurer zum Wechsel zu bewegen“, sagt Wandhöfer. Zu diesen Argumenten könnten etwa spezifisches Wissen oder zusätzliche Datenanalysen gehören.

sabine.reifenberger(*)finance-magazin(.)de