Jean-Pierre Mustier spricht Klartext über die Zukunft der HVB bei der Unicredit.

Hypovereinsbank

22.12.16
Banking & Berater

Unicredit-Chef bekennt sich zur HVB

Lange wurde spekuliert, jetzt stellt Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier klar: Die HVB wird nicht verkauft. Auch an HVB-Chef Theodor Weimer will er nicht rütteln.

Der neue Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier beendet die Spekulationen: Die deutsche Hyovereinsbank (HVB) hat die interne Überprüfung überstanden. Einen Verkauf der HVB werde es nicht geben, sagte der Franzose dem „Handelsblatt“. Auch ein Börsengang der HVB, über den in den vergangenen Monaten viel spekuliert wurde, stehe nicht zur Debatte. „Wir möchten weiterhin 100 Prozent der HVB behalten“, betont der Bankchef und stellt auch klar: „Wir sehen die HVB nicht als Finanzbeteiligung, sondern als strategische Einheit.“

In den vergangenen Monaten schien die Zukunft der HVB bei der italienischen Mutter nicht gesichert. Der neue Chef Mustier lies bei der Bank keinen Stein auf dem anderen und kündigte ein umfassendes Sparprogramm an. Jede Geschäftseinheit wurde überprüft. Was keinen Mehrwert bringt, sollte verkauft werden. Die Unicredit braucht zudem neues Kapital, eine umfassende Kapitalerhöhung über 13 Milliarden Euro ist geplant. Mustier betont in dem Interview, dass die Unicredit nicht weniger Kapital benötigen würde, wenn sie die Hypovereinsbank oder das Osteuropa-Geschäft verkaufen würde.

Unicredit-Chef Mustier kündigt Offensive im Mittelstand an

Für die italienische Bank sei die HVB aus strategischer Sicht in zwei Segmenten von großer Bedeutung, erklärt Mustier weiter. Zum einen sieht sich die Bank als Mittelstandsbank. Neben Italien zählten Deutschland und Österreich zu den Kernmärkten des Mittelstandsgeschäfts. In Deutschland will der neue Chef das Engagement der Bank sogar noch verstärken. „Unser Plan ist, unsere Präsenz und vor allem das Geschäft mit unseren Mittelstandskunden in Deutschland auszubauen.“ Damit schlägt er den gleichen Kurs wie die Deutsche Bank ein, die für Deutschland ebenfalls eine neue Mittelstandsoffensive ausgerufen hat.

Außerdem ist die HVB der zentrale Standort für das Investmentbanking des Geldinstituts. Allerdings soll es laut Medienberichten im Zuge des umfassenden Sparprogramms der italienischen Bank in diesem Bereich Stellenkürzungen geben. Die Unicredit selbst baut ihr Investmentbanking gerade in einer ähnlichen Art um, wie es bereits andere europäische Banken getan haben und gliedert es an das Firmenkundengeschäft an.

Theodor Weimer soll Vertrag verlängern

Für deutsche Firmenkunden bedeutet die Bekenntnis des Unicredit-Chefs, dass bei der HVB nun wieder mehr Ruhe einkehren könnte, nachdem in diesem Jahr viele Personalwechsel zu verzeichnen waren. Unter anderem wurde mit Robert Schindler ein neuer Firmenkundenchef installiert.
 
An der Führungsspitze der Bank will Mustier nach eigener Aussage nicht rütteln. HVB-Chef Theodor Weimer soll seinen Ende 2017 auslaufenden Vertrag verlängern und weiterhin an der Spitze der Bank stehen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Der Unicredit-Chef will in Deutschland vor allem im Mittelstand punkten. Wie andere Banken sich im Wettbewerb um Unternehmenskunden aufstellen, lesen Sie auf unserer Themenseite zum Firmenkundengeschäft.