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Accenture bekommt neue Deutschlandchefin

Der langjährige Accenture-Deutschlandchef Frank Riemensperger geht in den Ruhestand.
Accenture

Abschied bei Accenture: Nach rund zwölf Jahren als Deutschlandchef und insgesamt 32 Jahren Unternehmenszugehörigkeit geht Frank Riemensperger in den Ruhestand. Zuerst berichtete die Frankfurter Allgemeinen Zeitung darüber, die Unternehmensberatung bestätigte die Personalie auf Nachfrage von FINANCE. Der 58-Jährigen Informatiker verlässt Accenture Ende August dieses Jahres, so eine Unternehmenssprecherin.

Riemensperger ist ein Accenture-Eigengewächs. Seine Karriere startete er Ende der Achtziger Jahre zunächst noch bei der Unternehmensberatung Integrata, danach folgte der Wechsel zu Accenture (damals noch Andersen Consulting). Dort arbeitete er sich stetig die Karriereleiter nach oben. Im November 2019 stieg er zum Vorsitzenden für die DACH-Ländergruppe auf. Riemensperger ist unter anderem Buchautor und seit 2017 Aufsichtsratsvorsitzender der Digitalagentur Sinnerschrader, die zu Accenture gehört.

Christina Raab wird neue Accenture-Deutschlandchefin

Wer die Nachfolge von Riemensperger antritt, ist bereits bekannt: Ab September wird Christina Raab neue Vorstandsvorsitzende für die Geschäfte der Ländergruppe Deutschland, Österreich, Schweiz und Russland, wie Accenture auf Nachfrage bestätigte. Mit der Berufung der 47-Jährigen zur neuen Deutschlandchefin setzt Accenture erneut auf ein Eigengewächs zur Besetzung des Vorstandspostens.

Raab arbeitet ihrem Profil bei dem Karrierenetzwerk „Linkedin“ zufolge seit fast 21 Jahren bei der Unternehmensberatung, derzeit als Leiterin der Geschäftseinheit „Products“ für die Regionen DACH und Russland. Dort sind wichtige Branchen wie Automotive, Konsumgüter, Pharma und Logistik gebündelt. In dieser Funktion ist Raab „Linkedin“ zufolge für das Design und die Implementierung von neuen Markt- und Portfoliostrategien verantwortlich. Ihre Karriere bei Accenture startete sie im Herbst 2000 als Strategy Consultant in den Bereichen M&A, Marketing, Sales und Service.

Accenture setzt stark auf M&A-Deals

Accenture hat in den vergangenen Jahren stark auf Zukäufe gesetzt. Allein in diesem Jahr hat die Unternehmensberatung bereits sieben M&A-Deals bekanntgegeben, darunter die jüngste Übernahme von Lexta im August. Das Unternehmen ist auf die Themen IT-Benchmarking und Sourcing spezialisiert und soll in den Accenture-Geschäftsbereich Technology Strategy & Advisory integriert werden. Zwei der sieben Transaktionen – die Übernahme des französischen Beratungsunternehmens Exton Consulting sowie die des Schweizer Data- und Künstliche-Intelligenz-Spezialisten Trivadis – sind bereits abgeschlossen.

Den bislang größten Zukauf in Deutschland machte Accenture im Juni mit der Übernahme des Beratungs- und Ingenieursdienstleisters Umlaut mit 4.200 Mitarbeitern. Das Besondere an der Transaktion: Accenture setzt damit als Beratungsunternehmen auch auf Ingenieursdienstleistungen.

Aus Sicht von Riemensperger ein notwendiger Schritt: „Die Umbrüche in der Industrie sind gewaltig: Künstliche Intelligenz, der Aufbau der 5G-Netze, immer mehr Unternehmen verlagern ihre bislang fragmentierte IT in die Cloud. Mit einer neu aufgesetzten Architektur können hier neue Geschäftsmodelle entstehen“, sagte er Ende Juni dieses Jahres in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Riemensperger zufolge reiche es nicht, bestehende Prozesse zu digitalisieren: „Wir Berater müssen uns mit Spezialdisziplinen verstärken, um unseren Kunden das Komplettpaket anbieten zu können“, so der scheidende Deutschlandchef gegenüber der FAZ.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.

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