Deloitte kann seine Beliebtheit bei den BWL-Absolventen weiter steigern.

Deloitte

23.04.19
Banking & Berater

Big Four: High Potentials wollen lieber zu Deloitte

Die großen WP- und Beratungshäuser kämpfen um die besten Absolventen. Zwar sind PwC, EY und McKinsey nach wie vor auf den vordersten Plätzen, doch Deloitte kommt rasant näher.

Der Kampf der großen Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatungshäuser um die besten Köpfe im Land ist in vollem Gange. Welche Arbeitgeber stehen in der Gunst der Hochschulabgänger ganz oben? Das hat das Marktforschungsunternehmen Trendence untersucht und über 16.400 Studierende der Wirtschaftswissenschaften kurz vor dem Abschluss zu ihren favorisierten Arbeitgebern befragt.

Zusätzlich hat Trendence noch ausgewertet, welche Unternehmen bei den High Potentials begehrt sind. Diese werden in der Analyse als Personen mit exzellenten akademischen Leistungen, Auslandserfahrung, Praktikum im Inland sowie außeruniversitärem Engagement definiert.

PwC bleibt die Nummer 1 der Absolventen

Wie in den Vorjahren schon kann PwC seinen Spitzenplatz unter den Big Four verteidigen: Unter allen Prüfungs- und Beratungshäusern ist PwC der beliebteste Arbeitgeber der Wirtschaftswissenschaftsabsolventen. Über alle Branchen hinweg erreicht das Haus Platz 9 der beliebtesten Arbeitgeber, auf den vordersten Plätzen befinden sich die großen Automobilkonzerne. Bei den High Potentials schneidet PwC allerdings schlechter ab, dort liegt das Big-Four-Haus nur auf dem 18. Rang.

Dicht hinter PwC folgt EY, allerdings hat sich EY von Platz 10 auf Platz 11 verschlechtert und befindet sich damit bei den BWL-Absolventen nicht mehr in den Top 10 der beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands (High Potentials: Platz 20). Auf Rang 13 – ebenfalls ein Platz schlechter als im Vorjahr – folgt mit McKinsey die erste reine Strategieberatung. Allerdings ist McKinsey im Gegensatz zu PwC und EY ganz besonders bei den High Potentials beliebt, bei der Zielgruppe ist es sogar das drittbeliebteste Unternehmen Deutschlands.

BCG punktet bei High Potentials

Noch beliebter bei den High Potentials ist allerdings der Konkurrent Boston Consulting Group (BCG) – der Strategieberater ist hinter Daimler der gefragteste Arbeitgeber bei den Befragten mit exzellenten akademischen Leistungen. Unter allen befragten Absolventen liegt BCG auf Platz 15 und damit eine Position schlechter als im Vorjahr.

Seinen Rang 15 teilt sich BCG mit zwei der Big Four: KPMG und Deloitte. KPMG verharrt damit auf seiner Vorjahresposition. Bei den High Potentials ist das Unternehmen sogar weit abgeschlagen auf Position 45.

Deloitte legt beeindruckende Entwicklung hin

Deloitte hingegen hat sich mit diesem 15. Rang verglichen mit dem Vorjahr um zwei Plätze verbessert. Damit setzt das Haus den Trend der vergangenen Jahre fort: 2015 lag Deloitte noch auf Platz 39 und damit weit abgeschlagen hinter den übrigen Big-Four-Konkurrenten. Jahr für Jahr ist das Prüf- und Beratungshaus näher gerückt und jetzt erstmals unter den Top 15. Und auch bei den High Potentials wird Deloitte immer beliebter: Bei diesen Absolventen liegt Deloitte auf Platz 15 und ist damit unter den Big Four am gefragtesten bei der Elite.

Diese Entwicklung geht auch mit den Umsatzzahlen einher: Das Haus ist in den vergangenen Jahren stark zweistellig mit dem Beratungsgeschäft gewachsen und setzt mit diesem Geschäft inzwischen fast so viel um wie die Nummer 1 im Markt, PwC. Deutschlandchef Martin Plendl hat angekündigt, der Marktführer bei der Digitalisierungsberatung werden zu wollen.

Roland Berger bleibt weit abgeschlagen

Die übrigen Beratungsunternehmen rangieren bei den Wirtschaftswissenschaftlern nicht ganz so weit oben. Accenture liegt auf Platz 45, was sogar eine Verschlechterung um 14 Plätze zum Vorjahr ist. Immerhin ist das Beratungsunternehmen bei den High Potentials (Rang 5) überaus beliebt.

Überraschend weit hinten ist auch der große Strategieberater Bain, der mit Rang 66 um fast 20 Plätze abgerutscht ist. Die gebeutelte Unternehmensberatung Roland Berger, deren Deutschlandchef nach einer jahrelangen Restrukturierungsphase nun wieder in den Angriffsmodus schalten will, muss ebenfalls einen Rückschlag hinnehmen: Sie liegt bei den BWL-Absolventen nur auf Platz 80 der beliebtesten Arbeitgeber, im Vorjahr war es immerhin noch Platz 59.

Auf den hinteren Rängen befinden sich bei den Absolventen zudem noch die spezialisierten Beratungen wie Horváth & Partners (Platz 90), Capgemini (98), Bearing Point (104), Hays und Strategy& (beide 107) sowie Kienbaum und Zeb (beide 115).

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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