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Deloitte holt Digitalchefin der Deutschen Bahn

Sabina Jeschke fängt bei Deloitte an.
Deloitte

Deloitte hat sich die prominente Digitalisierungsexpertin Sabina Jeschke ins Boot geholt. Ab 1. Juni arbeitet sie als Senior Advisor bei dem Wirtschaftsprüfungs– und Beratungsunternehmen. Die 52-Jährige soll insbesondere bei den Themen Künstliche Intelligenz, Quantum Computing und digitale Transformation beraten.

„Mit ihr stärken wir unsere Kompetenz in den Zukunftsthemen der Wirtschaft, die jedes Unternehmen betreffen, und können unseren Kunden weiteren Mehrwert bei der digitalen Transformation bieten“, kommentiert Deloitte-Deutschlandchef Volker Krug die Personalie.

Sabina Jeschke ist Vorständin bei der Deutschen Bahn

Jeschke wechselt damit vom Unternehmen zur Beratung: Sie ist seit November 2017 Vorständin Digitalisierung und Technik bei der Deutschen Bahn und verantwortete seit 2020 auch den Bereich schwere Fahrzeuginstandhaltung. Bei der Deutschen Bahn führte sie viele Projekte mit den Scherpunkten Künstliche Intelligenz, Data Analytics, verteilte Systeme, High Performance Computing/Quantum Computing, Robotik, Automatisierungstechnik und Mensch-Maschine-Interaktion durch.

Ihr Vertrag bei der Deutschen Bahn wurde eigentlich 2019 bis Ende 2025 verlängert. Im Februar dieses Jahres wurde dann bekannt, dass sie den Konzern zum 31. Mai verlässt. Jetzt sei für sie „der richtige Zeitpunkt, noch einmal durchzustarten und mein gesammeltes Wissen aus Forschung, Lehre und Management zu kombinieren, weiterzuentwickeln und in verschiedenen Branchen anzuwenden“, kommentiert sie in der Deloitte-Mitteilung ihren Wechsel.

Die gebürtige Schwedin widmete sich 2017, nach Forschungsaufenthalten in Hongkong und Singapur in 2015 und 2016, im Rahmen eines Sabbaticals einem KI-Projekt für Volvo Car Corporation in Göteborg. Dort begleitete sie den Aufbau eines Think Tanks für „Starke künstliche Intelligenz“.

Zusätzlich wurde sie im Juni 2020 zum Mitglied des Vorstands der deutsch-schwedischen Handelskammer gewählt. Jeschke hatte schon einige Honorarprofessuren inne und unterrichtet noch an der RWTH Aachen University sowie an der Technischen Universität Berlin die Themenfelder Digitaltechnologien, Digitaler Transformation und Entrepreneurship.

Deloitte setzt weiterhin auf das Beratungsgeschäft

Deloitte will damit seine Position im Beratungsgeschäft weiter stärken. Das Big-Four-Haus hat in den vergangenen Jahren massiv in das Consulting-Geschäft investiert und vor allem die Beratung zur digitalen Transformation bei Unternehmen vorangetrieben. Damit ist Deloitte nach und nach an den Konkurrenten PwC, KPMG und EY vorbeigezogen und belegte im hartumkämpften Beratungsgeschäft schließlich gemessen am Umsatz den ersten Platz unter den Big Four.

Im Geschäftsjahr 2019/2020 litt das Geschäft aber Corona-bedingt. So wuchs Deloitte im Financial Advisory nur um 5 Prozent auf 322 Millionen Euro, das Consulting-Geschäft schrumpfte sogar um 1 Prozent auf 640 Millionen Euro – nach einem Wachstum im Vorjahr von noch 24 Prozent. Insgesamt machte Deloitte im vergangenen Geschäftsjahr eine Umsatzsteigerung von 3 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro.

Die Personalie macht deutlich, dass Deloitte auf eine Erholung im Beratungsgeschäft setzt. Während viele CFOs nicht dringende Beratungsprojekte aufgrund der Unsicherheiten 2020 zunächst auf Eis legten, könnte es bald wieder einen Aufschwung geben – vor allem, da Corona deutlich gemacht hat, wie wichtig eine digitalisierte Finanzabteilung ist.  

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de

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Noch nie war der Wettbewerb zwischen KPMG, PwC, Deloitte und Ernst & Young so hart wie jetzt. Wer schnappt sich die lukrativsten Mandate, wer wächst am stärksten und wer hat die beste Strategie? Mehr dazu auf unserer Themenseite Big Four.

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Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Journalismus an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln studiert. Sarah Backhaus arbeitete während ihres Studiums unter anderem für Onlinemagazine von Gruner + Jahr und schrieb als freie Journalisten für die Handelszeitung, faz.net und Impulse.

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