Roland Berger

13.09.18
Banking & Berater

Ex-DZ-Banker Hille heuert bei Roland Berger an

Lars Hille wechselt vom Banking in die Unternehmensberatung. Der ehemalige Kapitalmarktvorstand der DZ Bank wird sich künftig auf die Beratung von Finanzdienstleistern konzentrieren.

Lars Hille hat einen neuen Arbeitgeber gefunden: Der langjährige DZ-Banker wird ab dem 1. November Senior Partner bei der Unternehmensberatung Roland Berger. Das geht aus einer Pressmitteilung des Münchener Unternehmens hervor. Demnach wird Hille sich künftig um die Beratung von Finanzdienstleistern kümmern. 

Lars Hille musste DZ Bank nach Fusion verlassen

Der studierte Betriebswirt war vor seinem Wechsel zu Roland Berger fast 20 Jahre für die DZ Bank tätig. 2007 stieg er in den Vorstand auf und übernahm die Verantwortung für den Bereich Kapitalmarkt. Nachdem im Juni 2016 die Fusion der DZ Bank und der Düsseldorfer WGZ Bank beschlossen war, führte dies zu einer Personalrochade innerhalb des Finanzinstituts, in deren Zuge auch Lars Hille die Bank verlassen hat.

Laut damaligen Berichten der F.A.Z. soll Hille kein gutes Verhältnis zum DZ-Bank-Aufsichtsratschef Helmut Gottschalk gehabt haben, was letztlich zum Abschied Hilles beigetragen haben soll.  

Nach seinem Ausscheiden bei der DZ Bank übernahm Hille zwei Aufsichtsratsmandate, zum einen den Platz im Kontrollgremium der Wertpapierhandelsbank ICF und zusätzlich den Aufsichtsratsvorsitz bei der V-Bank.

Roland Berger gewinnt mit Hille Bankenexpertise zurück

Für das Beratungshaus Roland Berger ist die Personalie wichtiger Schritt, die Bankenexpertise wieder zu stärken. 2013 hatte Roland Berger mit dem Weggang des langjährigen CEOs Martin Wittig einen sehr gut vernetzten Bankenexperten verloren. Im Mai dieses Jahres wurde bekannt, dass Wittig nun für den Roland-Berger-Konkurrenten Bain arbeitet.

Roland Berger befand sich in den vergangenen Jahren in einer angespannten Situation. Seit 2014 waren die Umsätze eingebrochen. Verzeichnete Roland Berger 2013 noch 750 Millionen Euro, waren es 2016 nur noch etwa 500 Millionen Euro, lauten die Schätzungen des Marktforscheres Lünendonk & Hossenfelder. Der Berater hatte in den vergangenen Jahren ein Restrukturierungsprogramm durchlaufen, welches nun erste Früchte trägt: Die Umsätze sind auf 550 Millionen Euro gestiegen.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de