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EY verstärkt Private-Equity-Beratung

Wechseln alle drei in die Private-Equity-Einheit von EY Parthenon (von links): Georg Hochleitner, Simon Oertel und Malvinder Singh.
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Gleich drei Berater heuern bei EY Parthenon an: Georg Hochleitner, Simon Oertel und Malvinder Singh steigen im April und im Mai als Partner bei der Strategieeinheit des Beratungshauses und dort im Bereich „Value Creation“ ein. Das teilte EY heute mit. Alle drei arbeiten künftig im Private-Equity-Team und sollen Finanzinvestoren und deren Portfoliounternehmen beraten. In Deutschland entstand EY Parthenon Anfang 2018 aus dem Zusammenschluss mit OC&C Deutschland. Seitdem integriert EY das Beratungshaus zunehmend in das bestehende Geschäft.

EY will Umsatz mit Private Equity um 20 Prozent steigern

Die Beratungsleistung von Parthenon umfasst neben den Themen Value Improvement, Corporate Performance sowie Restrukturierung zum Teil auch die Insolvenzverwaltung, wie Europachef Falco Weidemeyer im Januar im FINANCE-Interview berichtete. Teil dieser Einheit ist auch das Private-Equity-Team, das nun Zuwachs bekommen hat – und künftig weiter wachsen soll, so Sandra Krusch, Leiterin der Einheit für die DACH-Region.

EY Parthenon hat sich ambitionierte Wachstumsziele gesetzt: Der Umsatz der strategischen und operativen Beratungsleistungen im Bereich Private Equity in der DACH-Region soll um mindestens 20 Prozent im Jahr steigen, kommentiert EY-Partner Markus Böttcher. Derzeit erwirtschaftet EY Parthenon nach eigenen Angaben in diesem Beratungsfeld über 50 Millionen US-Dollar jährlich (umgerechnet rund 43 Millionen Euro). Die drei Neuzugänge haben verschiedene Beratungsschwerpunkte:

Georg Hochleitner und Simon Oertel werden sich künftig um die kommerzielle und operative Due Diligence bei Portfoliounternehmen kümmern. Zudem sollen Hochleitner und Oertel bei den zugekauften Firmen operative Wertsteigerungsprogramme ausarbeiten und etablieren. Malvinder Singh ist EY zufolge Experte im Bereich IT-Transformation und soll diese Expertise bei seinen Beratungsleistungen einbringen.

Hochleitner und Singh kommen von Alvarez & Marsal

Die unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkte ergeben sich aus den Lebensläufen der Berater: Georg Hochleitner war zuvor fast vier Jahre als Managing Director bei der Corporate-Finance-Beratung Alvarez & Marsal tätig. Für ihn ist der Wechsel zu EY mit einer höheren Position verbunden. Alvarez & Marsal zufolge bringt der 51-Jährige rund 18 Jahre an Erfahrung mit Private-Equity-Fonds mit. Seine Schwerpunkte liegen in der Durchführung von kommerziellen und operativen Due Diligences. Vor seiner Zeit bei Alvarez & Marsal war Hochleitner unter anderem als Partner in der Private-Equity-Praxis von Goetzpartners tätig.

Malvinder Singh wechselt ebenfalls von Alvarez & Marsal zu EY. Der 49-Jährige war allerdings nicht im Münchener Büro wie Hochleitner, sondern am Londoner Standort tätig. Wie aus seinem Profil bei dem Karrierenetzwerk „Linkedin“ hervorgeht, verantwortete er dort zuletzt als Senior Director den Bereich Technology und Digital Transformation. Insgesamt war er in der Einheit fast sieben Jahre tätig. Davor war Singh unter anderem bei dem britischen Medienkonzern United Business Media sowie PwC aktiv.

EY holt Simon Oertel von Oliver Wyman

Den dritten Neuzugang hat EY bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman rekrutiert. Simon Oertel arbeitete über 13 Jahre an verschiedenen Standorten von Oliver Wyman, zuletzt als Principal im Bereich Automotive und Manufacturing Industries. Auch für Oertel ist der Jobwechsel mit einem Karrieresprung verbunden.

Oertel kennt sich unter anderem mit Profitabilitätssteigerungen im produzierenden Gewerbe aus. Zu seinen Mandaten bei Oliver Wyman zählten auch Private-Equity-Fonds. Zuvor war der 39-Jährige seinem Linkedin-Profil zufolge für kurze Zeit als Analyst bei der Nachrichtenagentur Thomson Reuters tätig.

EY stellt Strategieberatung Parthenon neu auf

Das Big-Four-Haus EY ist derzeit dabei, die Strategieberatung neu aufzustellen, bei der es in diesem Jahr auch schon einen Abgang gab: Erst im Februar verließ der Turnaround-Experte Rainer Bizenberger EY und kehrte nach nur rund einem Jahr zu seinem alten Arbeitgeber Alix Partners zurück.

In dem Markt, den EY Parthenon mit der Private-Equity-Einheit bearbeiten will, steckt durchaus Potential: Viele Private-Equity-Investoren setzen ihren Schwerpunkt nach der Coronakrise verstärkt auf die (digitale) Transformation und rüsten ihre Portfoliounternehmen für die Zukunft auf. Höhere Anforderungen an die potentiellen Zielunternehmen machen die Due Diligence zudem aufwändiger. Darüber hinaus gehört die Optimierung von Strukturen und Prozessen bei ihren Portfoliounternehmen zum Alltagsgeschäft der Finanzinvestoren.

Neuzugänge bei EY senden positives Signal

Dass in der derzeitigen Situation neue Mitarbeiter zu EY wechseln, sind gute Nachrichten für das Big-Four-Haus, dessen Ruf durch den WirecardBilanzskandal massiv gelitten hat. Besonders die Wirtschaftsprüfung von EY steht dabei unter Druck: Das Big-Four-Haus hat schon zahlreiche namhafte Prüfmandate verloren, wie etwa die Deutsche Telekom.

Die Kritik scheint aber zumindest noch nicht andere Bereiche wie den Beratungsarm von EY zu treffen, wie Signium-Headhunter Hellmuth Wolf Anfang März bei FINANCE-TV berichtete. Die Unruhe vernimmt auch der Personalberater derzeit besonders in der Wirtschaftsprüfung.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.

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