KPMG

28.01.19
Banking & Berater

KPMG kann Schadensersatzforderung abwehren

Teilerfolg für KPMG im Verfahren um die Pleite der P+S-Werften: Die Millionenklage des ehemaligen Eigentümers auf Schadensersatz wurde abgewiesen. Ganz aus dem Schneider ist KPMG damit aber noch nicht.

KPMG hat einen wichtigen Etappensieg in der rechtlichen Aufarbeitung der Pleite der P+S-Werft aus Mecklenburg-Vorpommern errungen. Das Landgericht Hamburg hat eine Klage der Hegemann-Gruppe, der ehemaligen Gesellschafterin der Werft, abgewiesen. Die Hegemann-Gruppe hatte KPMG vorgeworfen, ein fehlerhaftes Sanierungsgutachten erstellt zu haben und hatte deshalb Schadensersatz gefordert.

KPMG hatte der Werft 2009 ein positives Sanierungsgutachten erstellt. Die Bremer Hegemann-Gruppe hatte auf Grundlage dieses Gutachtens Darlehenssicherheiten bei der Werft verlängert. 2012 meldete die Werft dann jedoch Insolvenz an. In dem Verfahren machte Hagemann einen Schaden von mehr als 300 Millionen Euro geltend, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Gericht: KPMG-Fehler nicht schuld an P+S-Pleite

Tatsächlich hat das Gericht Fehler in dem von KPMG erstellten Gutachten bemängelt. Doch auch ohne diese Fehler wären die Werften nach Auffassung des Gerichts in die Insolvenz gegangen, zitiert dpa einen Gerichtssprecher.

Dass das Landgericht Hamburg dazu neigt, die Hegemann-Klage abzuweisen, hatte sich bereits im November vergangenen Jahres abgezeichnet. Damals ließ das Gericht diese Einschätzung bereits durchblicken: KPMG hätte Terminverzögerungen beim Schiffbau, Zahlungsausfälle und Lieferschwierigkeiten nicht vorhersehen können, erklärte die Vorsitzende Richterin damals.

Weiteres Verfahren gegen KPMG läuft noch

Ganz ausgestanden ist das Thema für KPMG aber noch nicht, denn die Parteien können noch vor dem Oberlandesgericht in Berufung gehen. Zudem läuft noch ein zweites Verfahren gegen KPMG: Der Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann fordert von dem WP-Haus ebenfalls Schadensersatz, und zwar mehr als 500 Millionen Euro. Dieser Schadensersatzprozess wird laut dem Branchenportal Juve im April ebenfalls vor dem Landgericht Hamburg fortgesetzt.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de