Deutschlandchefin Finja Kütz verlässt Oliver Wyman: Von Oktober an soll sie sich um die Transformation der Unicredit kümmern.

Unicredit

24.05.18
Banking & Berater

Oliver Wyman verliert Finja Carolin Kütz an Unicredit

Deutschlandchefin Finja Carolin Kütz verlässt die Strategieberatung Oliver Wyman. Sie wechselt zur Unicredit, wo sie als Leiterin eines neuen Bereichs die Transformation der Bankengruppe begleiten soll.

Bei Oliver Wyman galt Finja Carolin Kütz als Spezialistin für den Bankensektor, nun wechselt sie auf die Kundenseite: Von Oktober an soll Kütz als Group Chief Transformation Officer (GCTO) den Wandel der Unicredit-Gruppe vorantreiben. Sie leitet in dieser Funktion den neuen Bereich „Transformation Office“, dessen Gründung das Mangement Board der italienischen Großbank vor rund zwei Wochen beschlossen hatte.

Kütz hat die Transformation des Bankenmarkts in den vergangenen Jahren als Strategieberaterin kritisch begleitet – und den Häusern nicht immer ein gutes Zeugnis ausgestellt. „Die Firmenkunden werden künftig ihr Geschäft mit den Banken über Plattformen abwickeln. Viele Banken werden dadurch ihren direkten Kundenzugang verlieren“, warnte sie im vergangenen Jahr in einem Interview mit FINANCE-TV.

Finja Carolin Kütz berichtet bei Unicredit an CEO Mustier

Bei der Unicredit dockt Kütz in einflussreicher Position an, sie wird direkt an CEO Jean Pierre Mustier und an General Manager Gianni Franco Papa berichten. Als GCTO wird Kütz „vollständig in den zentralen strategischen Entscheidungsfindungsprozess der Gruppe eingebunden sein“, betont die Unicredit. Sie werde Mitglied des Executive Management Committee und soll darüber hinaus dem Group Risk & Internal Control Committee angehören.

Bei der Unicredit läuft seit Ende 2016 bereits das Programm „Transform 2019“. Kütz soll sicherstellen, dass dies ein Erfolg wird und zudem neue Initiativen identifizieren, um die Transformation der Bank weiterzutreiben. „Wir sind überzeugt, dass ihr Wissen und ihre Erfahrung unsere Transformationsbestrebungen bereichern und es uns ermöglichen werden, alle unsere im Rahmen von Transform 2019 gesetzten Ziele zu erreichen“, so die Hoffnung von Unicredit-Chef Mustier.

Kütz durchlief lange Karriere bei Oliver Wyman

Durch ihre bisherige Tätigkeit bei Oliver Wyman ist Kütz auf die neue Aufgabe gut vorbereitet: Sie kam 1997 zu der Strategieberatung und übernahm nach einigen Jahren als Beraterin immer mehr Führungsaufgaben.

Dabei spezialisierte sich die Mathematikerin auf den Bankenbereich: Von 2004 bis 2010 war sie Head of Financial Services im Münchener Büro von Oliver Wyman, von 2007 an bekleidete sie zudem die Position des Global Head of Marketing and Strategy Financial Services.

Von 2011 an übernahm sie als Partnerin die Führung des Financial-Services-Geschäfts in Deutschland, Österreich und der Schweiz, bevor ihr rund vier Jahre später der Sprung an die Spitze gelang: Im September 2015 wurde Finja Kütz Geschäftsführerin von Oliver Wyman in Deutschland und Österreich.

Oliver Wyman sucht neuen Geschäftsführer

Die Strategieberatung muss nun eine Nachfolgeregelung für Kütz finden. Die Partnergruppe werde „in den kommenden Wochen entscheiden“, wer künftig das Beratungsgeschäft in Deutschland und Österreich leiten werde, teilte Oliver Wyman mit.

Bei dem Beratungshaus sieht man den Abgang mit Bedauern, kann der Positionierung einer langjährigen Weggefährtin in obersten Bankenkreisen aber auch Positives abgewinnen: „Das ist ein großartiger Kompetenzbeweis und zugleich eine exzellente Erweiterung unseres senioren Alumni-Netzwerks“, sagt der globale Oliver-Wyman-Chef Scott McDonald. Kütz habe den Wachstumskurs und die „Positionierung in der Top-Liga der Strategieberatungen enorm vorangetrieben“.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de