Inside Corporate Banking

Abonnements

Startseite Banking & Berater Consulting Personalkarussell an der Deutsche-Bank-Spitze

Personalkarussell an der Deutsche-Bank-Spitze

Die Deutsche Bank hat mit Alexander Wynaendts einen Nachfolger für Aufsichtsratschef Paul Achleitner gefunden.
Die Deutsche Bank hat mit Alexander Wynaendts einen Nachfolger für Aufsichtsratschef Paul Achleitner gefunden. Foto: Deutsche Bank

Der Niederländer Alexander Wynaendts soll Paul Achleitner als Chef des Aufsichtsrats beerben, wie die Deutsche Bank gestern mitteilte. Umgesetzt werden soll der Wechsel aber erst bei der kommenden Hauptversammlung am 19. Mai 2022. Wynaendts war für 12 Jahre Chef des Lebensversicherers Aegon und ist derzeit Mitglied des Verwaltungsrats der Citigroup.

Wynaendts kommt mit Bankenerfahrung

Der neue Aufsichtsratschef hat aber auch Erfahrung in der Bankenbranche gesammelt. Bevor Wynaendts 1997 bei Aegon anfing, arbeitete er fast zehn Jahre lang für die niederländische Bank ABN Amro in Amsterdam und London. Nachdem er beim Versicherer Aegon die Erweiterung des Geschäfts in Osteuropa und Asien vorantrieb, wurde er dort nach nur sechs Jahren Mitglied des Vorstands, 2007 folgte dann die Beförderung zum Chief Operating Officer.

Seine Wahl zum Vorstandsvorsitzenden von Aegon 2008 fiel mit den Nachwehen der Finanzkrise zusammen. So leitete er eine Transformation des Versicherers ein, vor allem den Ausbau der digitalen Plattformen forcierte er. Dennoch ist die Bilanz seiner zwölf Jahre als CEO eher mau: Die Aegon-Aktien haben in seiner Amtszeit 80 Prozent an Wert verloren, zuletzt durch die Coronakrise.

Deutsche Bank ernennt Olivier Vigneron zum Chief Risk Officer

Die zweite Personalie betrifft einen der zwei Stellvertreter des Aufsichtsgremiums: Norbert Winkeljohann soll nach Wynaendts zur Nummer 2 aufrücken. Damit werde ein Repräsentant der Deutschland AG berücksichtigt, meinen Beobachter. Der früherer Deutschland-Chef des Wirtschaftsprüfers PwC ist derzeit auch noch Aufsichtsratschef von Bayer. Den zweiten Vize-Chef stellt die Arbeitnehmerseite.

Aber auch auf Vorstandsebene bewegt sich etwas: Olivier Vigneron wird im Juni nächsten Jahres die Position als Chief Risk Officer von Stuart Lewis übernehmen, der für die Deutsche Bank zehn Jahre auf dieser Position tätig war. Bereits im März soll Vigneron als Generalbevollmächtigter zur Deutschen Bank stoßen.

Olivier Vigneron startete bei Goldman Sachs

Vigneron kennt die Position des Chief Risk Officers gut, so hatte er diese Position bereits seit Januar 2020 bei der französischen Bank Natixis ausgeübt. Davor war der Franzose für mehr als acht Jahre in selber Funktion bei JP Morgan in London tätig. Auch ist Vigneron für die Deutsche Bank kein Unbekannter: Bereits zwischen 2002 und 2005 war er für die Blauen als Director für das Structured Credit Trading in London tätig.

Begonnen hat Vignerons seine Karriere bei der Investmentbank Goldman Sachs in London als Associate für das Structured Credit Trading. Auch war er seinerzeit Mitglied des Aufsichtsrats von JP Morgan. Vigneron studierte Ingenieurswissenschaften an der Ecole Polytechnique in Paris und hält einen Doktor in Wirtschaftswissenschaften von der Universität Chicago.

Christian Sewing freut sich auf Zusammenarbeit

Der scheidende Aufsichtsratschef Achleitner dankte dem ebenso scheidenden Stuart Lewis für seine „herausragende Arbeit“ bei der Deutschen Bank und hieß gleichzeitig den neuen und kommenden CRO willkommen. Vigneron verfüge über eine „hervorragende Expertise bei der Steuerung aller Risikoarten des Bankgeschäfts“, so Achleitner.

Auch der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing schließt sich dem an und sagt, dass Vigneron „globales Fachwissen und die richtige Perspektive mitbringt, um alle Arten von Risiken zu bewerten und zu managen“.

jan.schuermann[at]finance-magazin.de

+ posts

Jan Schuermann ist Redakteur bei FINANCE und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Gehalt in der Corporate-Finance-Welt. Er hat in Köln Geschichte, Deutsch und North American Studies studiert. Während eines Auslandsaufenthalt an der UC Berkeley hat er zeitweise für den Daily Californian gearbeitet. Bevor Jan Schuermann zum Fachverlag F.A.Z Business Media gestoßen ist, war er für die Nachrichtenagentur Thomson Reuters im polnischen Danzig tätig.