Roland Berger

02.04.19
Banking & Berater

Roland Berger holt Bankenexperten Ulrich Kissing

Roland Berger baut seine Bankenexpertise weiter aus: Ex-Addiko-Bank-Chef Ulrich Kissing arbeitet ab sofort als Senior Advisor für das Beratungshaus. Der prominente Banker bringt über 30 Jahre an Erfahrung im Finanzsektor mit.

Die Unternehmensberatung Roland Berger hat sich personell verstärkt: Ulrich Kissing, ehemaliger Vorstandschef der österreichischen Addiko-Bank, wird externer Senior Advisor im Competence Center Financial Services des Münchener Unternehmens. Das teilte Roland Berger in einer Pressemitteilung mit.

Demnach sei die Verpflichtung Kissings eine Reaktion auf den strukturellen Umbruch im Bankensektor. „Sinkende Erträge, neue Wettbewerber und geändertes Kundenverhalten – die Bankenbranche steht vor zahlreichen Herausforderungen. Gemeinsam mit Ulrich Kissing wollen wir unsere internationalen Klienten unterstützen, diese Transformationen zu meistern“, begründen die Münchener die Personalie.

Bereits vor rund einem halben Jahr verpflichtete Roland Berger einen prominenten Banker und holte den ehemaligen DZ-Banker Lars Hille als Senior Partner an Bord. Er berät seit September 2018 Finanzdienstleister für die Münchener.

Ulrich Kissing hat langjährige Bankenerfahrung

Das Beratungshaus will unter anderem von Kissings Kenntnissen im Bankensektor und im Bereich Private Equity sowie seinem Netzwerk in Südosteuropa profitieren. Der Diplom-Kaufmann soll projektbezogen für das Beratungshaus arbeiten, wobei „seine Arbeitszeit zwischen 0 und 80 Prozent betragen kann“.

Mit Kissing holt sich Roland Berger einen erfahrenen Banker ins Haus. Eigenen Angaben zufolge arbeitet Kissing seit 30 Jahren im Finanzsektor. Seine Karriere begann er bei der Deutschen Bank. Dort bekleidete er zunächst verschiedene Führungspositionen im Kapitalmarktgeschäft des Geldhauses. Anschließend wechselte er als Vorstandsmitglied und COO in den Bereich Privat- und Geschäftskunden.

Nach seiner Zeit bei der Deutschen Bank heuerte er 2009 als Vorstandschef bei der Investitionsbank Berlin (IBB), der Förderbank des Landes Berlin, an. Diese Amtszeit wurde von einer fristlosen Kündigung im März 2014 überschattet. Kissing hatte Sozialbeiträge in Höhe von 33.000 Euro nicht gezahlt. Dass er darüber einen jahrelangen Rechtsstreit mit der Deutschen Rentenversicherung führte, ohne das Aufsichtsgremium zu informieren, sah die damalige Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) als „schwerwiegende Pflichtverletzung“ an. Vor Gericht klagte Kissing damals gegen die Kündigung – jedoch erfolglos.

Ulrich Kissing sanierte Addiko Bank erfolgreich

Im Anschluss beriet Kissing 2015 zunächst den Private-Equity-Investor Advent bei seinem Einstieg bei der damals kriselnden Wiener Addiko Bank. Der Finanzinvestor hatte sich 80 Prozent der Anteile an dem Geldhaus gesichert. Nach erfolgter Übernahme wurde Kissing zum CEO des auf südosteuropäische Kunden fokussierte Finanzinstituts berufen. 

Als Vorstandschef war er maßgeblich an der Sanierung von Addiko beteiligt. Im März 2018 gab Kissing schließlich die Leitung an den Rumänen Razvan Munteanu ab. Im Oktober des vergangenen Jahres wurden schließlich Gerüchte über einen möglichen Exit Advents bekannt.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

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