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Commerzbank will Auslandsgeschäft stärken

Die Commerzbank will mit Expansionen in Österreich und Brasilien gegen das schwächelnde Firmenkundengeschäft vorgehen.
Commerzbank AG

Die Commerzbank will neue Märkte im Ausland erschließen: Wie das Unternehmen bestätigte, plant die Bank ihr Firmenkundengeschäft unter anderem auf Österreich und Brasilien auszuweiten. „Wir merken, dass sich unsere Kunden immer stärker internationalisieren und auch nach Möglichkeiten suchen, auf ausländischen Märkten präsent zu sein”, begründete eine Sprecherin die Expansionsabsichten.

Ausgehend von der Filiale in Wien, will die Commerzbank ihre Firmenkundentätigkeiten ausweiten und zusätzlich zum Geschäft mit Deutschlandbezug auch in Geschäfte mit ausschließlich österreichischen Unternehmen einsteigen. Dabei hofft die Bank,  von ihren Erfahrungen in der Schweiz profitieren, wo sie sich bereits seit einiger Zeit auf Geschäfte ohne Deutschlandbezug konzentriert. „Die Kundenbedürfnisse im deutschen, Schweizer und der österreichischen Markt sind sehr ähnlich, die Erfahrungen sind daher gut übertragbar”, erklärt die Bank. Die Expansion wird im zweiten Halbjahr 2014 beginnen.

Commerzbank: Deutsches Firmenkundengeschäft lässt nach

Auch in Brasilien, wo die Commerzbank sich aber ausschließlich auf Geschäfte mit Deutschlandbezug konzentrieren will, gibt es bereits eine Repräsentanz, die deutlich ausgebaut werden soll. „Wir streben eine Banklizenz an und wollen 2015 eine Filiale eröffnen”, sagte Bernd Laber, Bereichsvorstand Internationales der Mittelstandsbank. Auch in den Niederlanden und in Belgien will die Commerzbank ihre Position im Geschäft mit Mittelständlern ausbauen. Um das Neukundenwachstum zu forcieren, kann sich die Commerzbank auch eine Absenkung der Mindestumsatzgröße für ausländische Firmen vorstellen.

Der Vorstoß der Bank kommt zu einer Zeit, in der die Commerzbank damit kämpft, dass die Dynamik im deutschen Firmenkundengeschäft nachlässt. Zwar ist die Mittelstandsbank einer der wichtigsten Akteure auf dem deutschen Markt. Allerdings schrumpfte das operative Ergebnis im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr von 1,6 auf 1,1 Milliarden Euro.

Grund dafür seien vor allem das geringe Zinsniveau sowie die gestiegene Risikovorsorge, sagte Markus Beumer, Vorstand der Mittelstandsbank, im Oktober vergangenen Jahres. In ihrem Heimatmarkt wird die Commerzbank zudem von starken Konkurrenten angegriffen. So will zum Beispiel die BNP Paribas im Geschäft mit dem gehobenen Mittelstand ab 250 Millionen Euro bis 2018 unter die Top 5 vorstoßen.

julia.becker[at]finance-magazin.de