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Deutsche Bank: „Wir haben verstanden“

Der Vorstand der Deutschen Bank will die Vergütung in der Bank reformieren und wieder mehr auf die soziale Verantwortung der Bank achten.
Deutsche Bank

Die Deutsche Bank befindet sich in einem schmerzhaften Spagat. Die öffentliche Kritik ist an ihr ist spätestens mit dem Libor-Skandal wieder neu aufgekocht; gleichzeitig machen Investoren sich Sorgen um die künftige Geschäftsentwicklung, gerade angesichts schwacher Q2-Zahlen. Der Co-CEO Anshu Jain versucht, zwischen allen Positionen zu vermitteln.

Jain will Gehaltsstrukturen anpassen

Da die öffentliche Meinung über die größte deutsche Bank allerdings gehörige Auswirkungen auf ihren Geschäftserfolg haben kann – eine Lektion, die viele Banken seit 2008 gelernt haben –, fiel es dem neuen Vorstandsvorsitzenden allerdings nicht schwer, die wichtigste Message klar zu formulieren: Wir haben verstanden. Die Deutsche Bank verstehe, dass Regierungen, Regulatoren, Kunden, Investoren und die Öffentlichkeit gleichermaßen eine Veränderung im Geschäftsgebaren von Banken sehen wollen, sagte Jain gleich zu Beginn der Strategieverkündung. Die Bank werde daher vor allem die Kompensation seiner Mitarbeiter auf den Prüfstand stellen. Die absolute Höhe einzelner Gehälter und die Relationen innerhalb des Unternehmens sollten überprüft und die Transparenz der Gehaltstruktur erhöht werden. Gleichzeitig betonte Jain, die Bank werde auch in Zukunft alles daran setzen, weltweit die besten Talente zu rekrutieren.

Deutsche Bank hält an Universalbankmodell fest

Auch bei den Verhaltensrichtlinien, die angesichts des Liborskandals besonders in der Kritik stehen, versprach Jain Verbesserungen. Zwar könne die Bank nicht für das Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters garantieren, aber der Ton aus der Führungsetage werde „unmissverständlich“ sein.

Um auf die wirtschaftlichen Herausforderungen vorbereitet zu sein, hat der Vorstand mögliche Kosteneinsparungen in Höhe von etwa 3 Milliarden Euro identifiziert. Die Maßnahmen umfassen Anpassungen des Geschäfts- und Ertragsmodells, erhöhte operative Effizienz und auch der zumindest teilweise Rückzug aus Märkten, in denen die bisherigen Ziele „überambitioniert“ gewesen seien. Nähere Details will die Bank im September bekanntgeben. Als eine sofortige Maßnahme wird die Bank die Anzahl ihrer Mitarbeiter um 1,900 reduzieren, davon 1.500 in Corporate Banking & Securities, also der Investmentbankingsparte. Der Großteil des Abbaus soll außerhalb Deutschlands stattfinden.

Bei aller Anpassung steht die Deutsche Bank aber weiterhin fest zum Universalbankenmodell. Außerdem versprach Jain den Investoren auch in Zukunft einen klaren Wachstumskurs. „Ein schwieriges Marktumfeld und regulatorische Hürden können nicht als Ausrede dienen, nicht weiter zu wachsen“, so Jain.

armin.haeberle[at]finance-magazin.de

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