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Fabrizio Campelli wird Investmentbank-Chef der Deutschen Bank

Fabrizio Campelli wird neuer Unternehmensbank- und Investmentbanking-Chef der Deutschen Bank.
picture alliance/dpa/Arne Dedert

Die Deutsche Bank baut ihren Vorstand um. Neuer Chef der Investmentbank und der Unternehmensbank wird der bisherige Transformationsvorstand Fabrizio Campelli. Über seine Berufung war in den vergangenen Tagen bereits spekuliert worden. Er übernimmt damit die beiden für Unternehmenskunden zentralen Bereiche vom Vorstandsvorsitzenden Christian Sewing. Im Gegenzug wird der CEO sich künftig um das Thema Personalentwicklung und Immobilienmanagement kümmern. Sewings Vertrag wurde zudem bis April 2026 verlängert.

Campelli ist seit 2019 Vorstandsmitglied der Deutschen Bank. Zuvor leitete er seit 2015 das Geschäft mit den Vermögenskunden der Bank. Der Manager mit britischem und italienischem Pass ist seit 2004 in verschiedenen Positionen für das Geldhaus tätig. Zuvor war er Berater bei McKinsey.

Dass Sewing die Investmentbank und die Unternehmensbank abgibt, dürfte für Zufriedenheit bei den Bankenaufsehern sorgen. Diese hatten in der Vergangenheit die Ämterhäufung beim Vorstandchef der Deutschen Bank kritisiert. Sewing hatte die beiden Ressorts 2019 selbst übernommen, als die Bank ihren Radikalumbau angekündigt hatte. In dem Zuge war die Unternehmensbank entstanden, das Investmentbanking sollte gestutzt werden. Zudem hatte die Bank damals entschieden, sich aus dem Aktienhandel zurückzuziehen.

Coronakrise treibt Investmentbanking-Sparte an

Die Umbaupläne von Sewing tragen inzwischen Früchte. Just für das Pandemiejahr 2020 konnte die Deutsche Bank erstmals seit Langem wieder einen Gewinn verzeichnen. Besonders die in der Vergangenheit viel kritisierte Investmentbanking-Sparte sorgte für Schwung und erwirtschaftete einen Vorsteuergewinn von rund 3,2 Milliarden Euro. Die Erträge in der Sparte, die von Ram Nayak (Anleihehandel) und Mark Fedorcik (Fremd- und Eigenkapitalgeschäfte) geleitet wird, stiegen um rund ein Drittel. Wie nachhaltig dieses Wachstum aufgrund der Corona-bedingten Sonderkonjunktur ist, bleibt aber noch abzuwarten.

Die Unternehmensbank, die operativ von Stefan Hoops geleitet wird und das Transaction Banking sowie das Firmenkundengeschäft umfasst, hatte es dagegen schwerer. Im vergangenen Jahr sanken die Erträge der Unternehmensbank um 2 Prozent, blieben bereinigt um Wechselkurseffekte aber auf Vorjahresniveau. Der Vorsteuergewinn lag bei 561 Millionen Euro. Offen ist, wie sich die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie auf die Zahlen im Firmenkundenbereich auswirken wird. Wegen der hohen Volatilität im Investmentbanking will sich die Deutsche Bank im Rahmen der neuen Strategie stärker auf diesen Geschäftsbereich fokussieren.

Rebecca Short steigt in den Vorstand auf

Die neue Aufgabenverteilung von Sewing und Campelli ist längst nicht die einzige Neuerung im Vorstand der Deutschen Bank. Das Ressort Transformation, für das bislang Campelli verantwortlich war, übernimmt die bisherige Chefin der Finanzplanung und -steuerung Rebecca Short, die damit aus dem Konzernleitungskomitee (GMC) in den Vorstand aufsteigt. Sie übernimmt zudem den Bereich Einkauf, der bislang unter dem COO angesiedelt war, und wird für die Einheit Capital Release Unit – sprich die Bad Bank der Deutschen Bank – verantwortlich sein.

Der bisherige Chief Operating Officer Frank Kuhnke wird die Bank im Zuge des Umbaus verlassen. Seine Aufgaben übernimmt zum Großteil Bernd Leukert als Vorstand für Technologie, Daten und Innovation. Andere Tätigkeiten werden auf die übrigen Vorstandsmitglieder verteilt, wie etwa die Betriebsorganisation.

Zudem steht auch schon der erste Vorstandswechsel für das Jahr 2022 fest. Risikovorstand Stuart Lewis wird im kommenden Jahr aus der Bankführung ausscheiden. Über seine Nachfolge wurde noch nicht entschieden. Rechts- und Regulierungsvorstand Stefan Simon übernimmt bereits ab Mai die wichtigen Ressorts Compliance und Kampf gegen die Finanzkriminalität. Damit sollen die Bereiche gebündelt werden, die „besonders stark von rechtlichen Vorgaben und einem engen Austausch mit den Aufsichtsbehörden geprägt sind“, teilt die Bank mit.

Alle Veränderungen im Vorstand der Deutschen Bank greifen zum 1. Mai. Aufsichtsratschef Paul Achleitner sieht die Bank damit nun für ihre nächste Phase der Transformation gut gerüstet. Zudem erhofft er sich durch die Neuordnung für Sewing mehr Freiraum, „sich auf bereichsübergreifende Themen wie Kundenfokus, Nachhaltigkeit und das Kontrollumfeld zu konzentrieren“.

thomas.holzamer[at]finance-magazin.de

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Über alle Entwicklungen rund um das Geschäft mit den Unternehmenskunden informieren wir Sie auf unserer Themenseite zum Firmenkundengeschäft.

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Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.