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Kreise: EZB lockert Pfandregeln

Geschäftsbanken in Spanien und anderen südeuropäischen Ländern sollen sich bald leichter EZB-Geld besorgen können.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Die Europäische Zentralbank (EZB) will offenbar ihre Pfandregeln lockern. Kreisen zufolge plant die EZB, zusätzliche Arten von Wertpapieren als Pfand für das Zentralbankgeld zu akzeptieren. Mit diesem Schritt sollten vor allem Geschäftsbanken in Südeuropa der Zugang zu EZB-Krediten erleichtert werden, wie es in übereinstimmenden Medienberichten heißt. Von der Entscheidung betroffen sein sollen unter anderem hypothekenbesicherte und andere mit Anlagen besicherte Wertpapiere.

Vor allem spanischen Banken könnte diese Maßnahme vorerst Luft verschaffen. Experten schätzten das Volumen ausfallgefährdeter Darlehen in deren Büchern im April auf rund 150 Milliarden Euro. Um diese möglichen Verluste aufzufangen, würden sie nach Berechnungen von Wirtschaftsprüfern etwa 62 Milliarden Euro Kapital benötigen. Viele Banken in den von der Krise am meisten getroffenen Regionen haben jedoch kaum noch Wertpapiere, die sie der EZB nach den aktuellen Vorschriften zur Besicherung von Krediten anbieten könnten, da die Papiere in den Beständen oft nur mit Ramschstatus bewertet werden.

Bei den Ratingagenturen dürfte das Vorhaben deshalb auf wenig Begeisterung stoßen. Hinzu kommt, dass die EZB nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters außerdem planen soll, in Zukunft dem Rating der großen US-amerikanischen Agenturen für Staatsanleihen, die als Sicherheiten für EZB-Kredite hinterlegt werden, keine Bedeutung mehr beizumessen.
 
Details zu den neuen Regelungen müssten noch ausgearbeitet werden, allerdings solle noch heute eine definitive Entscheidung fallen. Sollte die EZB das Vorhaben in die Tat umsetzen, dürfte dies die Debatte um die Sicherheit ihrer Bilanz weiter befeuern. Die EZB-Bilanz hat aktuell mit mehr als 3 Billionen Euro ein größeres Volumen als je zuvor.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de