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Ratingagentur Moody‘s stuft Deutsche Bank hoch

Deutsche Bank
Die Ratingagentur Moody's hat im Oktober 2022 die Deutsche Bank hochgestuft. Foto: Deutsche Bank

Gute Nachrichten für die Deutsche Bank: Die Ratingagentur Moody’s hebt alle langfristigen Ratings der Deutschen Bank um eine Stufe an. Die langfristigen Einlagenratings steigen damit von A2 auf A1, ebenso steigen die langfristigen Ratings für vorrangige unbesicherte Verbindlichkeiten von A2 auf A1, wie die Ratingagentur vermeldete. Das ist das höchste Niveau seit 2012.

Moody‘s bestätigt zudem die kurzfristigen Ratings der Bank mit P-1. Darüber hinaus stuft die Ratingagentur das Baseline Credit Assessment (BCA) von Baa3 auf Baa2, was der höchste Stand seit 2014 ist. Die nachrangigen Ratings für vorrangig unbesicherte Verbindlichkeiten wurden von Baa2 auf Baa1 heraufgestuft. Den Ausblick für die Ratings für langfristige Einlagen und vorrangig unbesicherte Verbindlichkeiten verbessert Moody‘s von positiv auf stabil.

Moody’s sieht Fortschritte bei mittelfristigen Zielen

Das BCA-Upgrade begründet die Ratingagentur mit den Fortschritten der Bank bei ihren mittelfristigen Zielen. Besonders relevant ist, dass die Bank in der Lage sei, ihre verbesserte, wenn auch immer noch relativ bescheidene Rentabilität aufrechtzuerhalten. Moody’s geht davon aus, dass die deutlich reduzierte Kostenbasis der Bank es ihr ermögliche, in Zeiten höherer Inflation den operativen Leverage zu sichern und damit ihre wiedergewonnene Ertragskraft zu verteidigen.

Darüber hinaus, so Moody’s, haben die jüngsten Zinserhöhungen die Aussichten auf höhere Erträge im Kernkreditgeschäft der Bank in den Segmenten Privat- und Firmenkundengeschäft verbessert.

Moody’s bewertet den Outlook als stabil

Weitere Gründe für das Upgrade seien laut Moody’s die geringere Abhängigkeit der Bank von der Marktfinanzierung und die hohe Qualität der Einlagenbasis. Die Ratingagentur attestiert der Deutschen Bank zudem eine umsichtige und gut kontrollierte Risikobereitschaft, die zu einer soliden und relativ stabilen Qualität der Aktiva über den gesamten Zyklus hinweg führen könne. Obwohl sich die Deutsche Bank nach wie vor der Entwicklung in bestimmten Risikobereichen wie gewerblichen Immobilien und fremdfinanzierten Kapitalmärkten ausgesetzt sehe, geht Moody’s davon aus, dass sich die Kreditausfälle in dem derzeit sehr unsicheren makroökonomischen Umfeld in Grenzen halten werden.

Auch den Ausblick für die langfristigen Einlagen- und vorrangigen unbesicherten Schuldtitel der Bank bewertet die Ratingagentur als stabil, weil sie erwartet, dass die Deutsche Bank finanziell stabil bleibt und ihr verbessertes Rentabilitätsniveau auch in einem unsichereren Geschäftsumfeld beibehalten kann. Zudem nimmt Moody’s an, dass die Bank trotz langsamerem Wirtschaftswachstums eine allgemein solide Vermögensqualität beibehalten wird.

Insgesamt ist dies die vierte Ratinganhebung durch eine Ratingagentur in Folge und die zweite Hochstufung in den vergangenen 14 Monaten durch Moody’s.

erika.vonbassewitz@finance-magazin.de | + posts

Erika von Bassewitz ist Redakteurin bei FINANCE. Sie hat Philosophie und Französisch an der Humboldt-Universität in Berlin sowie an der Université de Genève studiert und mit einem Magister Artium abgeschlossen. Vor FINANCE war sie mehr als acht Jahre Redakteurin in der Multimediaredaktion des Medienhauses der EKHN. Davor war sie unter anderem Redakteurin beim HR-Magazin von monster, freie Autorin bei Deutsche Welle TV und freie Mitarbeiterin bei der Westdeutschen Zeitung.