Kanzleiwechsel in Düsseldorft: Ein vierköpfiges Anwalt-Team wechselt von Latham & Watkins zu Noerr.

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09.10.20
Banking & Berater

Latham verliert vier M&A-Partner an Noerr

Der Kanzlei Noerr ist ein Coup gelungen: Für den M&A-Bereich holt sie gleich vier namhafte Partner von Latham & Watkins, darunter den ehemaligen Deutschlandchef Harald Selzner.

Mit einem Team aus vier Partnern und einem Associated Partner baut die Wirtschaftskanzlei Noerr den Bereich Corporate/M&A aus – und die Namen haben es in sich: Harald Selzner, Martin Neuhaus, Natalie Daghles und Rainer Wilke wechseln als Partner ins Düsseldorfer Büro, wo Wilke die Co-Leitung übernehmen wird. Sie alle kommen von Latham & Watkins, das damit gleich vier im Markt bekannte Equity-Partner verliert. Bei Noerr sollen sie sich auf die Beratung von Konzernen, Banken und Private-Equity-Investoren konzentrieren. Mit dem Quartett wechselt als Associated Partner der Gesellschaftsrechtler Benedikt Vogt.

M&A-Anwälte wechseln erneut gemeinsam

Es ist nicht der erste Wechsel, den die fünf Juristen parallel vollziehen: Vor ihrer Zeit bei Latham & Watkins waren sie bis zum Frühjahr 2013 bei Shearman & Sterling in Düsseldorf beschäftigt und wechselten dann gemeinsam. Shearman & Sterling hatte damals kurz zuvor die Schließung seiner Büros in Düsseldorf und München angekündigt.

Die neuen Noerr-Partner zählen zu den renommiertesten Namen im Markt und sind regelmäßig für große Konzerne tätig. Zu Harald Selzners Referenzkunden zählen neben anderen der Arzneimittelkonzern Stada, Ceconomy, ZF Friedrichshafen, Uniper und Henkel. Selzner war seit Ende 2018 zudem Managing Partner für Deutschland bei Latham & Watkins.

Lathams M&A-Partnerriege schrumpft

Martin Neuhaus war im vergangenen Jahr an einer Milliardentransaktion beteiligt, die in Deutschland für Schlagzeilen sorgte: Er begleitete Scout24 beim Verkauf der Sparte Autoscout24 für 2,9 Milliarden Euro an Hellman & Friedman. Zudem war er für E.on, Tengelmann sowie für PE-Häuser wie Carlyle tätig. Natalie Daghles beriet zuletzt unter anderem den US-Gesundheitstechnologiekonzern Cerner beim Verkauf von Teilen des IT-Healthcare-Portfolios an Compu Group Medical.

Rainer Wilke berät regelmäßig zu Transaktionen im Automotive-Sektor und zählt dort etwa Daimler und Daimler Financial Services zu seinen Referenzen. Beide begleitete er unter anderem in Schiedsverfahren gegen die Bundesrepublik zum Toll-Collect-Projekt.

Latham & Watkins zählt nach dem Weggang des Quartetts dann noch drei M&A-Partner in Düsseldorf. Dies sind Tobias Larisch und Nikolaos Paschos sowie Michael Esser, der in Düsseldorf und Brüssel arbeitet.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de