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15.02.17
Banking & Berater

Sidley wildert bei Kirkland & Ellis und Linklaters

Die US-Kanzlei Sidley Austin wirbt sieben Partner von Kirkland & Ellis ab. Von Linklaters kommt der Turnaround-Experte Kolja von Bismarck. Die Offensive überrascht.

Mit acht neuen Partnern baut Sidley Austin seine Beratungspraxis in Deutschland aus: Von Kirkland & Ellis wirbt die US-Kanzlei gleich sieben Partner ab, darunter den Private-Equity- und M&A-Experten Volker Kullmann. Mit ihm  wechseln der Steuerrechtler Roderic Pagel, der Kapitalmarktexperte Markus Feil sowie die Corporate-Partner Björn Holland, Christian Zuleger, Marcus Klie und Nicole Schlatter in das Münchener Büro von Sidley. Das Team von Kullmann hat unter anderem den Brillenhersteller Rodenstock beim Einstieg des PE-Investors Compass beraten.

Auch im Bereich Restrukturierung gelingt der US-Kanzlei ein Coup: Mit Kolja von Bismarck gewinnt Sidley einen der bekanntesten deutschen Restrukturierungsexperten. Von Bismarck war seit 2009 für die Kanzlei Linklaters tätig. Dort hatte er zuletzt etwa die Restrukturierung von H.C. Stark begleitet sowie die Sanierung des Immobilienkonzerns IVG. Während der Finanzkrise hat der Anwalt den damals schwer angeschlagenen Autobauer Opel beraten.

Sidley hatte sich erst 2014 aus Deutschland zurückgezogen

Alle acht Partner werden in das erst im vergangenen Jahr gegründete Münchener Büro von Sidley wechseln. Dort treffen die sieben Kirkland-Partner um Volker Kullmann auf alte Bekannte: Bereits 2016 hatte Sidley sechs Partner des Wettbewerbers abgeworben, die aus London nach München wechselten, darunter der Private-Equity-Experte Erik Dahl.

Dahl, der das Münchener Büro leitet, ist zugleich weltweiter Co-Chef für den Bereich Private Equity, was die Bedeutung des hiesigen PE-Marktes für Sidley unterstreicht.  Erst vor zwei Wochen hatte die Kanzlei zudem Jan Schinköth von DLA Piper abgeworben.

Sidley will sich in Deutschland vor allem auf die Beratung in den Bereichen Private Equity und Restrukturierung fokussieren. Es ist ein eine strategische Kehrtwende, denn erst 2014 hatte die Kanzlei sich mit der Schließung des Frankfurter Büros aus Deutschland verabschiedet. Das Büro war jedoch auf Kapitalmarktrecht fokussiert.

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