Lassen sich Anwaltskosten pauschal vergüten? In der Branche ist eine kontroverse Diskussion um einen Vergütungskodex entfacht.

Tanja Esser – stock.adobe.com

FINANCE+ 24.02.21
Banking & Berater

Vergütungskodex für Kanzleien: Schluss mit Stundensätzen?

Festpreise für Rechtsberatung – geht das? Ein neuer Vergütungskodex soll dafür sorgen, dass Kanzleihonorare für Unternehmen transparenter sind. Doch die Initiative ist umstritten.

Wer anwaltlichen Rat benötigt, der bezahlt nach Stunden – nach diesem Modell funktioniert der Rechtsberatungsmarkt seit Jahrzehnten. Aber ist das noch zeitgemäß? Die Debatte darüber hat im vergangenen Jahr die kleine Kanzlei Trustberg angestoßen, als sie eine Festpreisliste für bestimmte juristische Dienstleistungen öffentlich machte. Die Diskussion ließ nicht lange auf sich warten.

Daraus entstanden ist der Deutsche Vergütungsrat, eine Initiative mit einem namhaft besetzten Beirat aus Senatoren, die über alternative Vergütungssysteme nachdenkt und im vergangenen November einen ersten Entwurf für einen Honorarkodex veröffentlicht hat. Doch der Vorstoß ist umstritten: Kritiker sehen darin in erster Linie eine Marketing-Aktion – und auch ein Zertifizierungsmodell wirft Fragen auf.

Ein Festpreismodell für Kanzleien

Das Ziel des Vergütungsrats ist es, Best-Practice-Richtlinien zur Preistransparenz von Kanzleien zu entwickeln. Den Vorstoß machten Christopher Hahn und sein Kollege Clemens Engelhardt, beide Partner der auf M&A und Venture Capital spezialisierten Boutique Trustberg, im vergangenen Jahr. Sie veröffentlichten auf ihrer Homepage sowie in den sozialen Netzwerken eine Preisliste mit Festpreisen für juristische Dienste. Ein paar Beispiele: Das Non-Disclosure-Agreement gibt es für 1.350 Euro netto, die käuferseitige Due Diligence bei Small-Cap-Transaktionen für einen Nettofestpreis von 6.500 Euro und im Mid-Cap-Segment zu 17.500 Euro.

Lesen Sie weiter und seien Sie immer einen Schritt voraus!

Ihre Vorteile mit FINANCE+

  • Exklusive Einblicke in die Corporate-Finance-Welt:

    Banking und Kapitalmarkt, Jobwechsel und Deals.

  • Aktuell und Business-relevant:

    Aktuelle News, relevante Hintergründe, fundierte Analysen.

  • Alles in einem Paket:

    Der gesamte FINANCE-Content aus Online und Magazin in einem Paket.