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24.02.15
Banking & Berater

„Vorfall in München“: Linklaters hat sich von zwei Partnern getrennt

Viele Wochen lang gab es nur Gerüchte um das plötzliche Ausscheiden der beiden Linklaters-Partner Thomas Elser und Laurenz Schmitt. Nun hat Linklaters eingeräumt: Anlass war ein „Vorfall bei einem Münchener Event“.

 

Hinter dem plötzlichen Ausscheiden der beiden Partner Thomas Elser und Laurenz Schmitt bei der Kanzlei Linklaters Ende vergangenen Jahres scheint eine Rangelei auf dem Oktoberfest zu stehen. Bei der Auseinandersetzung soll es um eine junge studentische Hilfskraft gegangen sein. Ende Oktober war zuerst Elser aus der Partnerschaft ausgeschieden, Schmitts Austritt folgte im Dezember.

Nun bestätigt Linklaters, dass der Grund für die Aufhebung der beiden Partnerschaften ein Vorfall auf einem „Münchener Event“ gewesen sei. Linklaters habe die Vorwürfe „sorgfältig untersucht", und „nach Abschluss dieser Untersuchung" wären die beiden Partner zurückgetreten.

Die Anwaltskanzlei räumt außerdem ein, dass neben den beiden Partnern auch eine Angestellte involviert gewesen sei. Linklaters betonte, dass die Kanzlei „die Mitarbeiterin und andere involvierte Kollegen aus dem Münchener Büro“ unterstützen sowie "die Identität der direkt betroffenen Mitarbeiterin" schützen werde. Angesichts einer möglichen strafrechtlichen Untersuchung werde sich die Anwaltskanzlei darüber hinaus aber nicht weiter zu diesem Sachverhalt äußern, erklärte Linklaters gegenüber FINANCE.

Anzeige bei Staatsanwaltschaft eingegangen

Wie die beiden Rechtsmagazine „Juve“ und „Legal Tribune“ berichten, soll inzwischen gegen Thomas Elser bei der Staatsanwaltschaft München I eine Anzeige eingegangen sein.

Elsers Anwalt Alexander Betz bestätigte indirekt die Richtigkeit dieser Berichte: „Ich kenne weder den Inhalt der Strafanzeige gegen meinen Mandanten, noch habe ich bislang Akteneinsicht nehmen können“, erklärte der Anwalt gegenüber Juve. „Ich möchte aber klar herausstellen, dass mein Mandant jede strafbare Handlung bestreitet und für ihn die Unschuldsvermutung gilt.”

Der unangekündigte Abgang der beiden Anwälte hatte in der Juristenszene für Aufsehen gesorgt. Beide waren langjährige Partner von Linklaters. Laurenz Schmitt war sogar ein Kanzlei-Urgestein und bereits vor 24 Jahren als Associate bei der Sozietät Rädler Raupach Bezzenberger eingestiegen, die später zu Linklaters wurde. Insgesamt war er 13 Jahre lang Partner in der Anwaltskanzlei und im Bereich Prozessrechtspraxis tätig.

Thomas Elser arbeitete 14 Jahre lang bei Linklaters und stieg 2008 zum Partner auf. Sein Schwerpunkt lag in der steuerrechtlichen Begleitung von Private-Equity-Transaktionen und Investmentfonds.

verena.fuchs[at]finance-magazin.de