M&A-Berater müssen trotz sehr guter Projektauslastung wieder stärker um Deals kämpfen.

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18.06.18
Banking & Berater

Auftragsrückgang bei Midcap-Beratern

M&A-Berater aus dem Mid- und Largecap-Bereich melden im aktuellen FINANCE M&A Panel einen leichten Auftragsrückgang – bleiben aber trotzdem optimistisch. Die Smallcap-Häuser verfehlen zum fünften Mal in Folge ihre Prognose.

Dass deutsche Unternehmen laut einer FINANCE-Umfrage bei Übernahmen und Fusionen häufig auf ihre eigenen M&A-Teams setzen, bekommen nun auch die M&A-Beratungs-Häuser leicht zu spüren. Demnach gaben die befragten M&A-Berater aus dem Small-, Mid- und Largecap-Bereich an, dass die aktuelle Auftragslage leicht rückläufig ist.

Nichtsdestotrotz bleibt die Auftragslage weiterhin überdurchschnittlich gut. Das zeigt das aktuelle FINANCE M&A Panel, für das FINANCE zusammen mit der Wirtschaftskanzlei CMS führende M&A-Berater und Investmentbanken zu ihrer aktuellen Markteinschätzung befragt hat.

Berater verzeichnen gut gefüllte Auftragsbücher

In der aktuellen Umfrage gaben die Berater ihre Auslastung auf einer Skala von -5 bis +5 mit dem Wert 2,02 an, wobei 0 einem durchschnittlichen Projektaufkommen entspricht. Im Vergleich zur Februarumfrage ist das ein leichter Rückgang um rund 6 Prozent.

Beratungshäuser, die bei mittleren und großen Transaktionen unterstützen, verzeichnen mit rund 7 Prozent auf den Wert 2,53 einen etwas höheren Auftragsrückgang. Die Smallcap-Berater hingegen konnten im Vergleich zur Februarumfrage (Wert: 1,59) ihre Auftragslage leicht auf den Wert 1,68 steigern.

In die Auswertung für das aktuelle Projektaufkommen fließen Deals ein, die bereits in den vergangenen zwei Monaten abgeschlossen wurden oder in den kommenden zwei Monaten noch abgeschlossen werden.

Beratungshäuser verfehlen Prognose erneut

Die Berater hatten sich allerdings durchaus mehr erhofft: Sowohl die Small- als auch die Mid- und Largecap-Häuser haben ihre in der Februarumfrage aufgestellten Auslastungsprognosen für die kommenden drei bis acht Monate verfehlt.

In der Februarumfrage sagten die Berater, die kleine Deals betreuen, noch eine überdurchschnittliche Auslastung voraus und gaben den Wert 1,95 an. Ihre tatsächliche Auslastung geben die Smallcap-Häuser jetzt jedoch nur mit dem Wert 1,68 an. Damit verfehlen die sie bereits zum fünften Mal in Folge ihre Auslastungsprognose.

Aber auch die Wettbewerber, die größere Deals betreuen, konnten ihre Vorhersagen nicht bestätigen. Im Februar rechneten die Berater der Mid- und Largecap-Häuser noch mit einer Auslastung von 2,76. Ihre aktuelle Auftragslage bewerten die Berater dieses Segments hingegen mit 2,53.

Small-Cap-Berater erwarten hohes Projektaufkommen

Die gesamte Berater-Branche zeigt sich für die kommenden drei bis acht Monate dennoch optimistisch. Sie bewertet das künftige Projektaufkommen mit dem Wert 2,17. Es zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede in den Einschätzungen, wenn die Prognosen auf die Beratungssegmente heruntergebrochen werden.

Die Mid- und Largecap-Berater bewerten ihre künftige Auslastung etwas vorsichtiger als noch in den vergangenen Befragungen. Sie schätzen die Auslastung in den kommenden drei bis acht Monaten mit dem Wert 2,35 ein. Die Häuser, die kleinere Transaktionen begleiten, geben sich hingegeben sehr ambitioniert. Sie bewerten ihr künftiges Projektaufkommen mit dem Wert 2,04. Und das, obwohl die Häuser mit Smallcap-Fokus ihre tatsächliche Auslastung bisher immer mit einem Wert unter 2 angegeben haben.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

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