Die M&A-Beratung Clearwater International wagt sich in neue Gefilde.

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17.09.20
Banking & Berater

Clearwater wagt sich nach Schweden

Die Frankfurter M&A-Beratung Clearwater expandiert in Skandinavien – mit einem Zusammenschluss und einem neuen Büro in Schweden. Dort wartet schon die Konkurrenz.

Clearwater International stärkt seine Präsenz in Skandinavien mit einer Kooperation: Wie die Frankfurter M&A-Beratung mitteilte, schließt sie sich mit Valentum Partners zusammen. Clearwater plant, das schwedische M&A-Berater-Team komplett in die Midcap-Beratung zu integrieren.

Künftig wird Valentum unter dem Namen „Clearwater International Sweden“ firmieren. Damit wächst die Anzahl der Clearwater-Büros auf 18 in zehn Ländern aus Europa, Nordamerika und Asien. Hierzulande ist Clearwater ausschließlich in Frankfurt vertreten.

Clearwater ist eigenen Angaben zufolge auf zehn Sektoren, darunter Automotive und Healthcare, sowie auf die Beratung in Sondersituationen („Special Situations“) spezialisiert. In den vergangenen Monaten war Clearwater mehrfach als Berater für den Private-Equity-Investor Waterland tätig. Auch beim Verkauf des Bereichs Hi-Tech Coatings von Heideldruck an ICP war Clearwater der M&A-Berater.

Darum zieht es Clearwater in den Norden

Valentum Partners mit Sitz in Stockholm berät schwerpunktmäßig auf der Sell-side. Die Kunden sind in der Regel Unternehmen mit einem Umsatz zwischen umgerechnet 10 und 200 Millionen Euro. In den vergangenen acht Jahren hat Valentum eigenen Angaben zufolge über 50 Deals begleitet.

Valentum-Chef Tomas Almgren und Gründungsmitglied Gustaf Plyhm sollen als Partner aus dem Stockholmer Büro heraus auch weiterhin neue Deals an Land ziehen. Der skandinavische Markt hat M&A-Potential: Laut dem M&A-Datenanbieter Mergermarket wurden in der Region im vergangenen Jahr über 1.000 Deals mit einem Volumen von über 70 Milliarden Euro abgeschlossen, über ein Drittel der Transaktionen waren Private-Equity-Deals.

„Skandinavien ist trotz der Coronavirus-Pandemie ein sehr aktiver M&A-Markt geblieben“, begründet Clearwater-CEO Michael Reeves den Vorstoß im Norden. In Deutschland wurden gerade zu Beginn der Coronakrise reihenweise Deals auf Eis gelegt.

Harte Konkurrenz für Clearwater in Skandinavien

Für die M&A-Beratung ist es aber nicht nur wegen des Marktpotentials wichtig, vor Ort präsent zu sein. Auch andere M&A-Beratungen haben bereits das Potential in der Region für sich entdeckt und in Skandinavien Büros eröffnet – und das sogar wesentlich früher als Clearwater.

So hat die M&A-Beratung Lincoln International bereits vor mehr als zwei Jahren ein Büro in Stockholm eröffnet. Und auch MCF Corporate Finance, generell stark in Nordeuropa, hat schon seit einigen Jahren ein Standbein in Schweden.

Für Clearwater ist es in diesem Jahr nicht der erste Vorstoß in eine neue Region. Bereits Ende Juni gaben die Frankfurter bekannt, ihre Präsenz in den USA mit einer Kooperation stärken zu wollen. Kooperationspartner ist Keybank Capital Markets, der Corporate-Finance-Arm der US-Bank Keycorp. Der Kooperation ging eine mehrjährige Zusammenarbeit der beiden Beratungen voraus.

olivia.harder[at]finance-magazin.de