Die Übernahme der Corporate-Finance- und M&A-Beratung Quarton International durch den US-Finanzdienstleister Cowen ist abgeschlossen. Manches ändert sich dadurch.

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03.01.19
Banking & Berater

Cowen übernimmt Corporate-Finance-Beratung Quarton

Die mittelständische Corporate-Finance-Beratung Quarton gehört seit Beginn dieses Jahres offiziell zu dem US-Dienstleister Cowen. Seine europäischen Schlüsselpersonen will Quarton eng binden.

Die Corporate-Finance- und M&A-Beratung Quarton International ist mit dem Jahreswechsel offiziell Teil des US-Wettbewerbers Cowen geworden. Der Finanzdienstleister mit Sitz in New York hat seine Ende November angekündigte Übernahme abgeschlossen. 

Für Quarton ist es nicht die erste Transformation: Quarton International ist im Dezember 2015 aus der Fusion der Beratungshäuser Blue Corporate Finance und Quarton Partners hervorgegangen. Das Beratungshaus ist im deutschsprachigen Raum mit Büros in Berlin, Frankfurt, Leipzig, München, Zürich und Graz vertreten und hat weitere Büros in Detroit, Indianapolis, Minneapolis sowie in London. 

Die Marke Quarton soll im europäischen Markt auch nach der Übernahme zunächst erhalten bleiben, während die vormaligen US-Büros von Quarton von nun an unter der Marke Cowen auftreten. Cowen ist deutlich größer als Quarton: Auf Basis der Neun-Monats-Zahlen 2018 tätigte Quarton mit 61 Mitarbeitern rund 50 Transaktionen, Cowen begleitete mit seinen 138 Bankern rund 150 Deals. Cowen hat neben einer Broker-Dealer-Abteilung, die Investmentbanking-Dienstleistungen erbringt, auch eine Sparte für Investment-Management, die alternative Anlageprodukte anbietet. 

Cowen hat klare finanzielle Ziele für Quarton

Das US-Haus Cowen hat 100 Prozent des Eigenkapitals von Quarton übernommen, vorbehaltlich letzter Anpassungen liegt der Kaufpreis bei rund 75 Millionen US-Dollar. Weitere 40 Millionen Dollar werden beim Erreichen definierter Meilensteine fällig. 

Die Zielsetzung für den Zukauf ist auch auf finanzieller Seite klar definiert: Quarton soll im ersten Jahr einen Umsatzbeitrag von 45 bis 50 Millionen Dollar liefern und so die Cowen-Umsätze in der M&A-Beratung um mehr als 60 Prozent steigern. Der Beitrag zum Betriebsergebnis soll 15 bis 20 Millionen Dollar betragen. 

Insbesondere im M&A-Geschäft wollen die Häuser sich künftig ergänzen. Beide Seiten erhoffen sich durch die Fusion mehr Geschäft insbesondere mit amerikanischen Private-Equity-Gesellschaften im Mid-Market-Segment. 

Quarton will Schlüsselpersonen binden

Um die Schlüsselpersonen auch nach der Übernahme zu halten, gibt es einen Bonuspool für Quarton-Mitarbeiter, der sich aus einer Mischung aus Cash und Cowen-Anteilen zusammensetzt. Die bisherige Struktur der unternehmerischen Partnerschaft in Europa bleibt bestehen, die Partnerschaft verantwortet künftig das gesamte europäische Beratungsgeschäft von Cowen. 

Die prägenden Köpfe von Quarton in Europa sind die Mitbegründer und Managing Partner Andreas Kinsky und Jules Grüninger. In Nordamerika führten die Quarton-Manager Andre Augier und Rob Parker die Geschäfte. Sie alle sollen einer Mitteilung von Ende November zufolge Führungspositionen innerhalb der Investmentbank Cowen übernehmen. 

Bei der Transaktion war Freeman & Co. als Finanzberater und Debevoise & Plimpton als Rechtsberater von Quarton mandatiert. Willkie Farr & Gallagher beriet Cowen zu Rechtsfragen.